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Zwergencamping und Rückblick

Endlich komme ich auch dazu, meinen Rückblick zu schreiben.

Zu hause war ich ja trotz genauer Planung, bekannten Einkaufsmöglichkeiten und diversen Vorräten nicht abfallfrei, aber unterwegs, wenn man nicht weiß, wo es was ohne Verpackung gibt, ist das echt eine fast unmögliche Aufgabe!

Hinzu kam noch, dass wir an verschiedenen Orten waren, also eigentlich nie mehrmals an der gleichen Stelle einkaufen gingen. Ich habe einiges an Vorräten in den Bus gepackt, so dass wir wenig einkaufen mussten, aber einiges war dann doch fällig. Und dann musste ich wieder einmal feststellen, dass es in anderen Ländern teilweise noch viel schwieriger ist, plastik- und müllfrei einzukaufen. So waren alle italienischen Supermärkte, die ich diese Woche gesehen habe, wahre Plastikparadiese.

Wasser gab es praktisch gar nicht plastikfrei zu kaufen. Da unsere Edelstahl- Trinkflaschen aber immer dabei sind, konnten wir sie auffüllen, wenn wir an Trinkwasser kamen.

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Säfte gab es zwar manchmal in Glasflaschen, die aber leider auch keine Pfandflaschen waren und so leer zu Müll wurden.

Obst und Gemüse haben wir versucht, lose auf dem Markt zu kaufen. Wie immer hatte ich hier meine Beutel dabei, und meine neue Edelstahlschüssel hat auch für leicht Zermatschbares gute Dienste geleistet.

Da die Schüssel wasserdicht und geruchdicht verschließbar ist, konnten wir darin auch Lebensmittel außerhalb des Buses aufbewahren, ohne dass sofort Ameisen oder andere Tiere daran gingen. Nachts blieb die Schüssel ebenfalls draußen, und so blieb der Inhalt automatisch kühl.  Brot blieb darin ebenfalls länger haltbar, da es weder nachts Feuchtigkeit zog und lätschig wurde, noch tagsüber austrocknete.

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Bei der Kirschverkäuferin auf dem Wochenmarkt habe ich, nachdem ich sie davon überzeugt hatte, mir die Kirschen in meinen Beutel zu packen, sogar eine Nektarine dazu geschenkt bekommen, weil sie sich so gefreut hat über meinen Versuch, ihr auf italienisch von meinem Zero waste projekt zu erzählen 🙂

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Der größte Teil des Mülls fällt aber immernoch bei den Windeln an. Also habe ich wieder mein erprobtes Windelmanufakturwindel- Set mitgenommen.  Diese Windeln sins so genäht, dass nur ein kleiner Teil gewechselt werden muss und so sehr wenig Wäsche entsteht. Zusätzlich können sie mit Stoffeinlagen oder Wegwerfeinlagen befüllt werden, was für Unterwegs sehr praktisch ist, da es einfach nicht immer möglich ist, Windeln mit der Hand zu waschen. Durch dieses Hybridsystem fällt trotz Benutzung von Wegwerfeinlagen wesentlich weniger Müll an als bei normalen Wegwerfwindeln.

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Da ich ja aber versuchen wollte, so wenig Müll wie überhaupt möglich zu verursachen, habe ich tagsüber zu waschbaren Einlagen gegriffen. Mullwindeln saugen sehr gut, sind auf die perfekte Größe faltbar und trocknen aufgefaltet sehr schnell. Nur wenn es nachts länger halten musste oder ich zu bestimmten Zeiten wusse, dass die Windel verschmutzt werden würde, habe ich Wegwerfeinlagen verwendet. Die Windeln blieben so also relativ sauber und ich konnte sie gut auch mit der Hand auswaschen.

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Hier habe ich letzten Sommer schon einmal ausführlicher über die Windelmanufakturwindeln berichtet: https://gruenezwerge.wordpress.com/2014/07/23/windeln-unterwegs/

Alles in allem waren wir also nicht wirklich müllfrei, konnten aber wieder einiges an Müll einsparen.

Ohne die Challenge hätte ich vermutlich auch viel weniger nach Alternativen gesucht und mir nicht so viele Gedanken gemacht… also trotz fehlendem Zero- Erfolg eine wirklich gute Woche mit tollen neuen Ideen und Erfahrungen.

3.Tag im Zwergenhaus

Ein weiterer Tag zero waste und ich habe einige tolle Erfolge zu verbuchen!

Zuerst aber mein täglicher Müll von links nach rechts:

– Gummibärtütchen, das die Zwerge beim Einkaufen geschenk bekommen haben,

– Tackernadel,

– 3 Kronkorken vom Zwergenpapa und dem gestrigen Besuch (die Flaschen sind Pfandflaschen)

– leere Glitzerklebertube, die schon ewig rumliegt, aber eben heute in der Bastelkiste aufgetaucht ist

-Mehlverpackung aus Papier

– mehrere Papieretiketten von zwei leeren Gläsern, die ich gereinigt habe, um sie weiterzuverwenden

Und nun zu meinen Erfolgen beim Einkaufen:

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– Kaffee, fair und ohne Verpackung in meinen mitgebrachten Sack abgefüllt

– Apfelessig ohne Plastikverschluss und in Pfandflasche!

– Gummibärchen direkt in mitgebrachte Gefäße abgefüllt

– Dill im Gewürz- und Teeladen in mitgebrachtes Glas abgefüllt

– Milch in der Pfandflasche, (wäre heute Abend weggeworfen worden)

– Bananen, natürlich verpackungsfrei (wären ebenfalls heute Abend weggeworfen worden)

Zusätzlich habe ich einige Erdbeerschalen, die sich dank der Zwergenoma hier angesammelt haben, zum Stand zurückgebracht, wo sie wiederbefüllt werden und einen Laden entdeckt, der Eierkartons zurück nimmt (was hier in der Stadt wirklich eine Ausnahme ist!)

Alle Erledigungen habe ich die letzten drei Tage mit dem Fahrrad oder zu Fuß gemacht, dabei also auch zero waste produziert.

Einen Bericht über die letzten 3 Tage findet ihr auch auf meinem Blog:

https://gruenezwerge.wordpress.com/2015/05/29/zero-waste-im-zwergenhaus/

Und mit den zwei tollen neuen Funden Apfelessig in Pfandflasche und Gewürze verpackungsfrei verabschiede ich mich in eine hoffentlich wenig Müll verursachende Woche Camping!

 

Tag 2 im Zwergenhaus

Eigentlich war ich ja heute recht erfolgreich- beim Bäcker bin ich langsam bekannt, ich wurde nicht einmal gefragt, ob ich den Zettel benötige, und mein Brot wurde mr kommentarlos einfach in die Hand gedrückt. In meine Tasche dürefn sie nämlich nichts stecken, deswegen lasse ich mir immer alles direkt in die Hand geben und packe dann selbst ein.

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Heute fielen also von links nach rechts an:

– ein Papiertütchen aus der Apotheke. Die Apothekerin wollte mir die Schlemmkreide nicht in mein Glas füllen und morgen meine Stammapotheke besuchen konnte ich nicht, da meine Zahnpasta alle ist und ich dringend heute noch neue machen musste.

– ein beschichtetes Tütchen Backpulver, hier brauche ich noch die Altbestände auf, bevor ich es dann selbst mache.

– ein beschichtetes Tütchen Natron. Leider habe ich immernoch keine Natronquelle ohne Plastik aufgetan, und zum Putzen benutze ich kaum noch etwas anderes.

– Metallklammer zum Apothekentütchen verschließen, ist mittlerweile aber aus dem Müll gewandet in die Schublade, um es weiter zu verwenden

– Weinverschluss von gestern Abend

– Tictac- Verpackung, die die Zwergin beim Schrank ausräumen in ihrer alten Winterjacke gefunden hat (kurz darauf natürlich leer und für den Müll)

– 2 Papierstrohhalme. Die Zwergin hatte heute eine Freundin zu besuch, und die beiden wollten ihr Getränk „im Cafe“ mit Strohhalm am Sandkasten zu sich nehmen 😉

-Klebeband von einem Paket

– Papierseifenverpackung, die ich vor einiger Zeit aus dem Urlaub mitgebracht bekommen habe, und die ich nun angebrochen habe, da die alte alle war. (Die Verpackung ist aber wieder aus dem Müll gewandert, da ich sie für mein Zerowaste- Tagebuch verbastelt habe ;-))

-Papieretikett von einer Milchflasche und eines von einem Aufstrichglas, das ich als Aufbewahrung weiterverwende und deshalb das Etiket abgelöst habe.

Soweit also von meinem Müll-

denkste!

Während ich drinnen aufgeräumt habe, hat der Zwerg draußen meine gesammelten Blumentöpfe entdeckt, in die ich meine zur Weitergabe bestimmten Jungpflänzchen pflanzen wollte- leider sind 4 davon jetzt nur noch Müll.

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Und dann kam noch ein Paket mit dem Geburtstagsgeschenk für den Zwerg. Ich habe ein tolles großes Holzauto auf einem Internetflohmarkt gekauft, und die Verkäuferin meinte es sehr gut und hat das Auto besonders sicher verpackt. In zwei Kartons, mit ordentlich Zeitungspapier ausgestopft und mit viel Klebeband (siehe obiges Bild) umwickelt. Das Zeitungspapier habe ich gleich zur Seite gelegt um  für meine Nachsaat diverser Salate Anzuchtstöpfchen zu falten. Die Kartons waren aber leider so ramponiert, dass sie nicht mehr weiterverwendet werden können und in den Müll wandern.

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Viel Müll, für den ich teilweise wenig kann und viele Altlasten, die bereits lange herumliegen und jetzt aufgebraucht sind, trotzdem landet all das aber leider in meinem Müll.

 

 

Müll reduzieren im Haushalt – ein Überblick

Im Laufe der letzten beiden Jahre konnte ich das Müllaufkommen in meinem Haushalt deutlich reduzieren. Teilweise fällt nicht einmal mehr 10% dessen an, was vorher war! Für mich macht das ein gutes Gefühl, aber es hat auch den positiven Nebeneffekt, dass wir viel seltener Müll raustragen müssen. Das ist doch auch was, oder?

Heute möchte ich Dir einen Überblick geben, wie Du Dir meinen Haushaltsmüll vorstellen kannst.

Altmetall

ungefähr monatlich: 1 Tube Tomatenmark, 1 Tube Zahnpaste
unregelmäßig: ein bisschen Alufolie von Schokolade

Ich kaufe keine Dosen mehr. Tomaten werden selbst eingekocht oder in der Flasche gekauft, getrocknete Hülsenfrüchte bekomme ich lose im Bioladen und alles andere wie z.B. Maiskörner kann man auch im Glas kaufen.

Informationen, was alles in Aluminium verpackt ist und Alternativen dazu findest Du in meinem Beitrag Müll reduzieren beim Einkauf Teil 1. – Aluverpackungen.

Altglas

ungefähr monatlich: 1 Flasche Essig, 1 Flasche Öl
unregelmäßig: Bruchglas, falls einmal etwas runter fällt

Handelsübliche Twist-Off-Gläser werden gereinigt und für Marmelade, Chutney, Relish oder Vorratshaltung verwendet. Flaschen verwendet ich um Holunderblütensirup, Apfelsaft oder Kräutersirup einzukochen.

meine Gewürze werden in alten Gläsern aufbewahrt

meine Gewürze werden in alten Gläsern aufbewahrt

Altpapier

ungefähr wöchentlich: 2-3 Gratiszeitungen, die automatisch zugestellt werden
unregelmäßig: Briefumschläge, Einkaufszettel, Notizzettel, Verpackungen aus Karton und Papier

Mein Zeitungsabo habe ich schon vor langer Zeit gekündigt, Informationen bekomme ich aus dem Internet. Auch die Fernsehzeitung brauche ich nicht mehr, weil ich seit 3 Jahren keinen Fernsehempfang mehr habe (was mein Leben sehr bereichert hat!).

Seitdem ich den Aufkleber „Bitte kein unadressiertes Werbematerial“ verwende, hat sich mein Altpapieraufkommen drastisch reduziert. Statt mehrmals wöchentlich das Altpapier zu entsorgen reicht nunmehr alle 2 Wochen.

Die Kartons von Nudeln verwende ich übrigens um Biomüll zu sammeln und die Papiersäckchen von Zucker und Mehl werden gebraucht, um Getreide und Hülsenfrüchte im Bioladen zu kaufen. Dadurch fällt kein weiterer Müll an und ich brauche trotzdem nicht die schweren Vorratsgläser mitzunehmen.

den Aufkleber bekommt man gratis

den Aufkleber bekommt man gratis

Biomüll

täglich: 1-2 l Biomüll
unregelmäßig: Gras-, Strauch- und Blumenschnitt im Garten

Mein Garten ist so winzig, dass ich keinen eigenen Kompost habe, daher wandert mein Biomüll in die Biomülltonne.

Biomüll fällt bei mir wirklich sehr viel an, weil wir so viel Gemüse essen. Aber damit kann ich gut leben, denn das verrottet und ergibt fruchtbare Erde

Plastikmüll

wöchentlich: 1 kleiner Sack voll Plastikmüll (ca. 2 l)

Seit Mitte 2013 habe ich den Plastikmüll wirklich deutlich reduzieren können. Bis dahin hatten wir pro Woche durchschnittlich 50 – 60 l Plastikmüll.

Heute wird die Milch vom Automaten in die eigenen Flaschen abgefüllt, Obst und Gemüse beziehe ich lose über die Grüne Kiste oder am Bauernmarkt, Wurst, Käse und Fleisch kaufe ich unverpackt in selbst mitgebrachten Behältnissen und im Bioladen bekomme ich Getreide und Hülsenfrüchte lose zu kaufen.

Waschmittel, Geschirrspül- und Putzmittel kann ich im selben Bioladen in selbst mitgebrachte Gefäße abfüllen lassen.

Selbstverständlich habe ich immer eine Einkaufstasche mit, um meine Einkäufe nach Hause zu tragen.

Vieles, was ich nicht ohne Plastiverpackung kaufen kann mache ich selbst. Das bereitet mir einerseits Freude, andererseits habe ich ein gutes Gefühl, weil ich nicht nur Müll sondern auch Lebensmittelzusatzstoffe, die ich nicht mitessen möchte, vermeiden kann.

mein plasticfree July 2014

mein plasticfree July 2014

Ich bin mit den Plastikverpackungen jedoch nicht ganz so streng wie während des plastic-free-july (auf dem Bild oben sieht man übrigens den gesamten angefallenen Plastikmüll im Küchenbereich von einem Monat für 2 Personen), weil ich aus dieser Challenge gelernt habe, dass ich die Freude verliere, wenn ich dort, wo ich wirklich keine Alternativen finde, darauf verzichten muss.

Daher habe ich für mich entschieden dass es besser ist, wenn ich weiterhin 2l Plastikmüll pro Woche verursache statt irgendwann ganz damit aufzuhören, weil es mir nur noch auf die Nerven geht, dass es nur durch Verzicht möglich ist gar keinen Plastikmüll zu verursachen.

In meinem Beitrag Abschied vom Perfektionismus kannst Du meine Gedanken zu diesem Thema ausführlicher nachlesen, wenn es Dich interessiert.

Hygieneprodukte für Frauen

Wie ich es mit den Hygieneprodukten für die speziellen Tage halte, ist in meiner Beitragsserie „Müll reduzieren während den Tagen“ nachzulesen. Es fällt mittlerweile auch an diesen Tagen gar kein Abfall mehr an.

Monatshygiene

Altkleidung

Kleidung, die zwar noch gut ist, aber von mir aussortiert wurde, trage ich entweder zum Kleidertauschmarkt oder in den Kostnixladen.

Falls meine Lieblingskleidungsstücke oder Zubehör kaputt gehen, werden sie genäht oder repariert.

Tipps zur Müllvermeidung bei Kleidung sind in meinem Beitrag Was passiert mit Altkleidern zu finden. Wie weniger Müll bei Kleidung durch alternatives Verhalten entsteht, sind den Tipps für den Kleiderschrank zu entnehmen.

Unterwegs

Wenn ich länger unterwegs bin nehme ich meine Trinkflasche sowie eine kleine Jause in der Edelstahldose mit, falls ich zwischendurch Hunger bekomme. Gerade kleine Snacks im Vorbeigehen gekauft verursachen meist nämlich ganz viel Müll!

Restmüll

ungefähr monatlich: rd. 10 Wattestäbchen aus Papier, etwas Kehricht sowie der Inhalt des beutellosen Staubsaugers
unregelmäßig: verschmutztes Papier, kaputte Kleidungsstücke, kaputter Hausrat

Ich verwende Spültücher und Spülschwämme aus Stoff bzw. aus Garn selbst gestrickt bzw. gehäkelt, Taschentücher, Servietten und Küchenrolle wurden ebenfalls durch waschbare Alternativen ersetzt.

Auf meinem Blog ist auch eine Anleitung zu finden, wie man Spültücher aus alten Handtüchern selbst nähen kann.

Bereits seit ganz vielen Jahren fällt bei mir so gut wie kein Restmüll mehr an, da ich wirklich sehr genau den Müll trenne.

Abwasch collage

Zero Waste im Zwergenhaus- Tag 1

Tag 1 der Challenge, und ich dachte, nachdem ich zu Hause bin und Zeit habe, schaffe ich die Null heute locker- Wenn nicht heute, wann dann, nachdem ich morgen einkaufen muss, und wir am Wochenende zum Campen fahren…

Denkste! Mein Heuschnupfen hat mir gleich mal einen Strich durch die Rechnung gemacht- normalerweise verwende ich Stofftaschentücher, aber heute musste es schnell gehen, ich habe genießt und genießt, und dann habe ich spontan und aus lauter Bequemlichkeit einfach in die Gäste- Taschentücherbox auf dem Klo gegriffen… bis ich es bewusste realisiert habe, war das Taschentuch schon angeschneuzt und somit Restmüll!

Und kurz darauf bin ich gleich noch einmal in die Falle getappt und habe zum Kaffee ein Stück Schokolade gegessen- die Schokolade habe ich vor ein paar Wochen gekauft, weil die Zwergin sie sich so gewünscht hat, dann aber festgestellt hat, dass sie ihr nicht schmeckt. Und ehe ich darüber nachdachte, war schon das nächste Stück Verpackung in meiner Tüte!

Der Zwerg hat in seinem Rucksack einen Lollie gefunden, den er zwar vor ein paar Tagen geschenkt bekommen hat, gegessen hat er ihn aber heute, und der Stengel und die Verpackung landeten im Müll.

Und zum Schluss hat der Zwerg noch sein Trinkglas fallen lassen- nicht beabsichtigt, aber da massig kleine Scherben auch nicht recycelbar und somit Müll.

Soweit sogut- ansonsten war es heute einfach- ich war nicht einkaufen und habe auch sonst nichts verbraucht, das verpackt war.

Ich habe sogar etwas Müll verhindert, indem ich einige kleine Glasfläschchen, die ich für selbstgemachte Öle oder Tinkturen verwende, verschenkt habe. Ich hatte so viele gesammelt, dass ich welche loswerden wollte, da ich keinen Platz mehr hatte, und so habe ich sie in einer Free Your Stuff- Gruppe angeboten. Da die Flaschen ansonsten im Glascontainer gelandet wären, habe ich mich sehr gefreut, als sie heute Abend abgeholt wurden!

Mein Fazit vom ersten Tag also ist, dass ich wirklich in jeder Situation aufpassen muss, um nicht in Gedanken und Bequemlichkeit doch Müll zu produzieren und das gerade dann, wenn es so einfach wirkt wie heute.

OSZWC Tag 1 – Die Fallen lauern überall

Der erste Tag der Challenge und schon tappe ich in die Falle!

Doch vielleicht beginne ich lieber damit, wer ich bin und was ich bezwecken möchte. An der Eröffnungsveranstaltung konnte ich nämlich nicht teilnehmen, weil ich derzeit in Jerusalem wohne. Über meine Erfahrungen (nicht nur diese, sondern generell) blogge ich auch. Plastikfrei zu leben ist schon seit längerem ein Ziel für mich. Entsprechend viel Bedeutung messe ich dem im Alltag bei. Aus diesem Grund nehme ich auch außer Konkurrenz teil.

Dennoch kam die Challenge für mich genau zum richtigen Zeitpunkt, denn ich möchte überprüfen, wie viel Müll ich denn tatsächlich noch verursache, wo ich doch schon so sehr darauf achte.

Abgesehen davon bin ich der festen Überzeugung, dass wir alle jede Menge Tipps, Erfahrungen und Hoffnung aus diesem Experiment mitnehmen können!

Ich bin schon so weit, dass ich Sachen einfach nicht kaufe, wenn ich sie plastikfrei bekommen kann und nicht unbedingt brauche. So stark ist mein Verlangen danach dann häufig doch nicht.

Ein weiterer Schwerpunkt liegt für mich auf Papier. Im Normalfall habe ich damit kein Problem, weil dieses so wunderbar verrottet. Doch was ist mit den Farben? Und wenn ein Papier nur „kurz“ verwendet wird, bevor es im Müll landet, werden ja auch hier Ressourcen verschwendet. Deshalb verwende ich Papier so lang wie möglich wieder, bevor ich es in den Recyclingkreislauf gebe.

Für diese Woche habe ich mir zwei Stoffbeutel bei Seite gelegt. In einem sammel ich meinen Plastikmüll, in dem anderen meinen Papiermüll bis die Challenge vorüber ist. Da ich keins der tollen Notizbücher bekommen kann und ein Versand hierher unsinnig wäre, halte ich es digital.


Nun aber zum heutigen Tag:

Heute bin ich in eine Falle getappt. In Jerusalem hatte es 38-40°C, da sehnte ich mich nach Eis. Normalerweise esse ich mein Eis immer in der Waffel. Und wenn ich kein Waffeleis bekomme, dann von Cornetto, weil es das ohne Plastik gibt. Erst kürzlich hatte ich Eis einer populären Marke im Angebot erworben – natürlich nachdem ich mich vergewissert hatte, dass es plastikfrei ist. Ich hatte sogar den Deckel abgenommen und war ganz erstaunt, dass alles aus Papier bzw. Pappe war. Alle sind wie verrückt nach diesem Eis, da muss ich als Eisliebhaber natürlich früher oder später mal probieren. 😉

IMGP3608Also nahm ich den Eiskübel aus unserem Gefrierfach, entfernte den Deckel und zog das Trennpapier ab. Also, das vermeintliche. Auf der Innenseite des Bechers war es nämlich mit einer hauchdünnen Schicht von Plastik beschichtet, wie man es von diesem Käse- und Brot-Frischhalte-„Papier“ kennt.

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Ich habe mich wirklich geärgert – nicht nur über meine Naivität, sondern auch weil ich mich betrogen gefühlt hatte. Not so fair!

Kurzerhand habe ich dann begonnen, den Kübel auseinanderzunehmen, um festzustellen, ob nicht noch irgendwo Plastik versteckt ist. Es scheint tatsächlich nur das Trennpapier zu sein. Warum geht das nicht ohne?!

IMGP3611Außerdem hatte ich heute Mittag Falafel im Lafa. Ich kenne meine Orte, wo ich es plastikfrei bekomme. Das ist das Papier dazu.

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Außerdem war ich auf dem Markt einkaufen. Meine Nüsse bekomme ich in meine Brotdose. Bei Obst und Gemüse schreie ich den Verkäufern immer entgegen, dass ich keine Tüte haben möchte, bis die Finger davon lassen. Für meinen Hafer nehme ich eine Papiertüte mit. Die hier stammt aus dem Laden meines Vertrauens für Schokokonfekt. Normalerweise halten die Papiertüten drei bis sechs Mal, bevor sie Löcher vom Abwetzen bekommen.

Was kann ich also aus dem heutigen Tag lernen?

Ich werde künftig noch kritischer sein und noch weniger kaufen, wenn ich Zweifel habe. Industriellen Lebensmittelherstellern kann ich mittlerweile kaum noch Vertrauen aufbringen. Im Eisfall überlege ich, tatsächlich auch auf Cornetto zu verzichten und wirklich nur noch Waffeleis zu essen. Denn mal im Ernst: Wie genial ist es bitte, dass man die Verpackung einfach mitisst? 😀

Alles Liebe und viel Erfolg euch!

Philipp

PS: @Maria: Ich habe heute Chia zum Abfüllen auf dem Markt gefunden. Sie bewahren es allerdings in einem Plastikbehälter auf.

Einkaufsplanung – gut geplant ist halb gewonnen

Ohne gute Planung geht gar nix

Für die zero-waste-challenge wurde ich nach meinem besten Tipp zur Müllvermeidung gefragt.

Zerowaste funktioniert nur mit guter Organisation. Plane, was Du kochen bzw. essen möchtest, schreibe eine Einkaufsliste und rüste Dich für den Einkauf mit dem passenden Zerowaste-Equipment (Einkaufstasche, Gemüsenetz, Dose, Glas bzw. Flasche mit Deckel, Papiersack & Co) aus.

Gut ausgerüstet zum Einkauf

Wenn man Lebensmittel ohne Verpackungsmüll einkaufen möchte, dann geht das nicht eben mal spontan, man muss das planen und vor allem die richtige Ausrüstung mitnehmen, damit man seine Einkäufe auch müllfrei verpackt sicher nach Hause bringen kann.

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Auf diesem Bild siehst Du meine Basisausrüstung, die sehr häufig zum Einsatz kommt. Eine große Einkaufstasche ist natürlich Selbstverständlichkeit. Dünne Baumwolltaschen ergänzen diese, falls es doch ein bisschen mehr wird oder der Salat doch nicht in die dünnen Stoffsäckchen passt, die ich für den Einkauf von Obst und Gemüse selbst genäht habe.

Käse und Schinken lasse ich in Edelstahldosen einpacken und für Hülsenfrüchte, Samen, Trockenfrüchte und Tee nehme ich meist das Glas bereits mit, in dem ich danach die Lebensmittel aufbewahren werde.

Alternativ verwende ich leere Mehl-, Zuckersäcke oder andere Papiertüten um Getreide, Haferflocken & Co mit nach Hause zu nehmen.

Manchmal darf es auch ein bisschen mehr sein

Um Fleisch zu kaufen, habe ich eine etwas größere Dose aus Edelstahl und wenn ich Putzmittel einkaufe, nehme ich alte Flaschen mit.

Um Milch vom Automaten zu holen, muss ich natürlich meine Milchflaschen mitnehmen. Dazu verwende ich gebrauchte Tomatenflaschen und habe einen Klapperschutz genäht, damit sie nicht umfallen in der Tasche.

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Nicht nur WIE, auch das WO ist wichtig

Es macht für mich wenig Sinn, sich immer wieder die Nase einzurennen und bei den großen Supermärkten den Versuch zu starten, verpackungsfrei einzukaufen um danach frustriert zu sein. Natürlich gibt es immer wieder auch im Supermarkt einzelne „Highlights“, nicht alles ist in Plastik verpackt aber doch das meiste.

Ich habe daher akzeptiert, dass ich hauptsächlich auf Bauernmärkten und in gewissen Geschäften einkaufe, wenn ich bei meinem Einkauf so wenig Müll wie möglich verursachen möchte.

Wie schon oben geschrieben, Planung ist alles. Wenn man im voraus plant, was man kochen möchte, kann man die Häufigkeit der Einkäufe deutlich reduzieren und es ist dadurch meist dann auch kein Problem, wenn nur 1-2 x pro Woche der Bauernmarkt stattfindet. Mit ein bisschen Organisation kann man sich viele Wege sparen.

In meinem Beitrag „verpackungsfrei einkaufen in Graz“ findest Du viele Tipps, wo Du welche Lebensmittel verpackungsfrei einkaufen kannst.

Extratipp:

Wenn Du bei der Essensplanung auf Deine Termine achtest, kannst Du vor einem stressigen Tag vielleicht etwas mehr kochen, damit Du, wenn wenig Zeit ist, das Essen nur noch aufwärmen musst. Dadurch kannst Du spontane telefonische Essensbestellungen vermeiden, wenn Du unter zeitlichem Druck und hungrig bist.

Linktipp:

Auf meinem Blog findest Du eine Übersicht über alle meine bisherigen Beiträge zum Thema Müll reduzieren.