Archiv des Autors: volkerarendt1982

Tag 4 und 5

Tag 4

Unser Tag begann gleich mit Einkaufen. Für uns ist die Langzeitplanung nicht so wichtig, da wir fast jeden Tag einkaufen gehen, aber das Wochenende sollten wir doch ohne zu hungern schaffen.

Unser erster Stopp war der Eduscho am Hauptplatz. Sandra hat dafür sogar die eigene Kaffeedose eingepackt. Den frisch gemahlenen Kaffee bekamen wir gleich in diese Dose hinein. Trotz taktischer Verwicklung der Verkäuferin in ein Zero Waste Gespräch wollte sie Sandra jede Menge Müll unterjubeln, der aber gut abgewehrt werden konnte.

  • Es gibt Pickerl zum Kaffee, damit man weiß was drinnen ist.
  • Die Werbung ist natürlich Pflicht.
  • Ein zusätzliches Sackerl wurde auch noch angeboten.

Scheint ja so, also hätte alles gut funktioniert. Leider erfuhren wir im Gespräch, dass Eduscho eigentlich keinen losen Kaffee führt. Er wird nur so Dargestellt. Tatsächlich wird der Kaffee in 1 kg Packungen geliefert und erst im Geschäft in die großen Behältnisse umgefüllt. Das trübte unseren Erfolg ein wenig, obwohl wir selbst nur den Kassazettel als Müll bekamen.

Weiter gings auf den Lendmarkt. Bei der Fleischerei Feiertag konnten wir alles in die mitgebrachten Tupperdosen geben lassen. Für den Verkäufer war das selbstverständlich. Auch bei der Wurstbudl gings Reibungslos. Es wurde zwar ein Papier zum Schneiden verwendet, uns dann aber nicht mitgegeben. Das Papier ist dann wieder zurück auf den Stapel und wird wiederverwendet.

Für Käsefreunde: Freitags und Samstag ist der Lendmarkt immer um einiges größer, dann ist auch ein Käser mit einem Stand dabei.

Das restliche Gemüse konnte natürlich wieder komplett verpackungsfrei gekauft werden.

openspacesandra

Auf den ersten Blick alles Verpackungsfrei. Der Kaffee tanzt leider aus der Reihe.

Wieder zuhause angekommen machte Sandra noch einen Trip zu Farmers, da wir noch Milchprodukte brauchten. Es gab wieder den üblichen Kassazettel dazu. Auch ein Tetrapak ist diesmal angefallen da die Rohmilch teilweise schwer im Magen liegt und für ein ungutes Gefühl sorgt.
Ich fing schon in der Küche an, denn meine Eltern kamen später noch vorbei und wir brauchten eine Geburtstagstorte. Etwas mit viel Schokolade kam Mülltechnisch nicht in Frage, somit wurde es ein Rhabarberstreuselkuchen. Mehl und Zucker haben wir noch genug, somit gibt es zumindest derzeit kein Müll. Eine Verpackung vom Backpulver blieb schlussendlich über.

Mit den Resten vom Rhabarber machte ich gleich noch ein bisschen Sirup. Wir verwenden dazu immer den fertigen Sirupzucker. Da wir diesen nur in 1 kg Packungen bekommmen, fiel auch hier etwas Müll an, bzw. kann man das Sackerl wiederverwenden.
Wir sind große Saft- und Marmeladeproduzenten. Im vergangenen Jahr mussten wir nur 3 oder 4 Flaschen Sirup zukaufen. Die Glasflachen werden allerdings fürs nächste Jahr weiterverwendet und heuer schaffen wir es hoffentlich durch. Letztes Jahr gab es die Sorten Minze, Zitronenverbene, Melisse, Holunder, Rosmarin, Lavendel und verschiedene Cuvèes der Sorten. Heute bekommen wir später noch Holunderblüten und die Produktion geht weiter. Mit der Marmelade dürften wir fast aufs Glas genau durch das Jahr kommen.

Nach dem Kuchen befüllte ich den Geschirrspüler. Dieser brauchte wiedermal Klarspüler. Wir hatten dafür noch eine Flasche Selbstgemachten vom OPEN reCREATION (die Rezepte findet ihr dort). Die Gläser glänzen gleich wie sonst, also sind wir schon zufrieden.

openspacesandra

Im Rahmen von OPEN reCREATION selbstgemachter Klarspüler

Abends ging es in die Volksküche, somit fiel kein weiterer Müll mehr an, da gedumpstertes Essen verwendet wurde. Ich war ziemlich erschrocken, weil die Mülltrennung bei so vielen Leuten in der VoKü anscheinend nicht gut funktionierte. Ich sortierte einmal kurz den Papiermüll durch, doch das Stück Papier von mir war das einzige wirkliche Papier. Sonst war hauptsächlich Plastik drin. Bevor es wirklich in den Müll geht, wird alles nochmals durchsortiert.

Heute steht eine Grillerei am Programm. Das sollte sich eigentlich ganz müllfrei ausgehen.

Schönen Sonntag noch

Sandra und Volker

Erster Einkauf

Beim Frühstück haben Sandra und ich erstmals ein paar Rezepte für die Woche überlegt, die wir bestmöglich ohne Müll zubereiten können. Heute später gibt es jedenfalls ein Omelette und morgen eine Gemüsesuppe. Die Zutaten dafür haben wir zum Teil noch und ich war gerade am Lendmarkt, beim Bäcker und im Bioladen.

 

Mit zwei Sackerln und vier Eierkartons gehts los

Mit zwei Sackerln und vier Eierkartons gehts los

Kurz zum Einkauf:

Am Markt konnte so gut wie alles an Müll vermieden werden, lediglich drei Gummiringerl haben sich eingeschlichen. Ein Bund Radieschen, eine Portion Gemüsesuppe und ein Bund Petersilie waren die Übeltäter. Bei der Gemüsesuppe könnte man sicher alles einzeln kaufen und portionsweise einfrieren, jedoch finde ich es so praktischer. Normalerweise habe ich immer den schon geschnittenen Suppenmix gekauft, dort ist mehr verschiedenes Gemüse drin, heute aber bewusst das andere, da die Schnittware im Sackerl ist. Die Gummiringerl werden jedenfalls in die Lade gelegt und bei Zeiten wieder genutzt. Ich habe vier Eierkartons zurück gebracht und einen befüllten wieder mitgenommen.

Das Brot habe ich bei Pane in der Mariahilferstraße gekauft. Die Verkäuferin war zwar skeptisch, dass ich kein Papier herum haben wollte, es war aber kein Problem. Um den Kassazettel bin ich allerdings nicht herumgekommen.

Auch beim Farmers Bioladen wurde mir ein Kassabon ausgedruckt. Ich kaufte dort zwei 1L Flaschen Rohmilch und einen einzelnen unverpackten Paprika. Ich muss ehrlich sagen, die Preise schreckten mich schon. Der Paprika und die Flaschen Milch kosteten je 1,50 €. Wirkt fast ein bisschen wie ein Standardpreis. 80 ct Pfand pro Flasche finde ich allerdings gut, denn so passt man wirklich darauf auf.

Ich brauchte auch noch einen neuen Mantel für mein Fahrrad. Hier gabs als Bonus eine Plastik Banderole und einen Kassazettel.

Der ganze Einkauf, zumindest mit wenig Müll

Der ganze Einkauf, zumindest mit wenig Müll

Mit drei Gummiringerl, drei Kassazettel und ein Plastikbandl bin ich eigentlich recht zufrieden. Bei den Deckeln der Milch weiß ich noch nicht, ob die Wiederverwendet werden oder durch neue ersetzt werden. Ich werde sie jedenfalls zurückgeben.

Im Vergleich zu einem normalen Einkauf habe ich ein Plastiksackerl von der Gemüsesuppe und zwei Tetrapaks von der Milch eingespart.

Ich bin schon gespannt wie es euch ergeht.

Volker