Archiv des Autors: Philipp

Über Philipp

Nomadischer Filmemacher und Autor, viel im Nahen Osten unterwegs, Blogger auf woistphilipp.de

OSZWC Tag 7 – Ein Abschluss?

Auch an Tag 7 kam ich ohne Einkäufe aus. Ich bin überrascht, wie lange ich ohne Neukauf auskommen kann. 😀 Nun sind aber wirklich meine Vorräte erschöpft. Zuletzt verbrauchte ich meine Kokosflocken. Deren Tüte hat sich nur so mit Fett vollgesogen, weshalb ich sie nun entsorge. In Zukunft lasse ich sie mir lieber ins Glas füllen. Das ist auch schon der Müll des Tages.

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Die Challenge ist damit vorbei. Die zero waste Woche ging viel schneller rum, als mir lieb ist.  Was bleibt also?

Ich bin fast zufrieden, wie wenig Müll ich verursacht habe.

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Mein Papiermüll in der Woche

Nur eine Sache wurmt mich: Dass ich der Lebensmittelindustrie mal wieder auf den Leim gegangen bin:

Mein Plastikmüll

Mein Plastikmüll in der Woche

Für mich stand diese Woche im Mittelpunkt, neben einem möglichst geringen Plastikaufkommen auch mal zu sehen, wie viel Müll ich überhaupt noch produziere, wo ich doch schon darauf achte. Einen besonderen Augenmerk wollte ich auf Papier legen.

Meinen Papierverbrauch finde ich in Ordnung und in Zukunft möchte ich schauen, an welchen Stellen noch etwas mehr Einsparpotential steckt. Durch Abfüllen in Gläser ist auf jeden Fall noch mehr möglich. Vielleicht werde ich mich auch mal an selbst gemachte Pasta wagen. Ich habe auch schon lose verkaufte Pasta auf dem Markt gesehen, welche vermutlich recht teuer sein wird. Ich werde ihr auf jeden Fall eine Chance geben.

Ihr seht schon: Die eigentliche Challenge beginnt erst jetzt. Weitermachen, weiter Müll reduzieren, weiter hinterfragen, weiter die Motivation behalten, auch wenn keine Challenge dahinter steht.

Für mich ist meine Motivation klar: Ich möchte selbst so möglichst wenig Schaden hinterlassen. Denn wir sind alle nur Gäste auf diesem wunderbaren Planeten. Wir verhalten uns nur häufig nicht so. Außerdem sitzen wir alle im selben Boot. Unser Müllaufkommen beeinflusst nicht nur unser eigenes Leben, sondern auf lange Sicht auch das aller anderen Lebewesen auf der Welt. Und gerade weil wir andere Menschen nicht zwingen können, ihr Verhalten zu hinterfragen und anders zu handeln, halte ich es für umso wichtiger, dass jeder selbst bewerkstelligt, was er kann.

Deshalb freut es mich umso mehr, dass der Blog bestehen bleiben wird! Und ich freue mich auch in Zukunft auf einen regen Austausch mit euch! Habt vielen Dank für euer Engagement!

Alles Liebe,

Philipp

OSZWC Tag 6 – Medizinischer Müll

Schon länger schleppe ich etwas mit mir rum, das mich nun umgehauen hat. Zeit also, dass ich mich auskuriere. Deshalb habe ich auch den ganzen Tag zu Hause verbracht. Und ich war schon wieder nicht einkaufen, weil ich immer noch genügend vom Lebensmittel retten hatte. 😀

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Eine Packung Spaghetti ist leer geworden, welche ich schon länger in Pappe verpackt kaufe. Es hätte aber durchaus mehr sein können, wenn ich denn Medikamente oder Nahrungsergänzungsmittel zu mir nehmen würde. Aus verschiedenen Gründen verschließe mich mich diesen aber, wenn ich sie nicht notwendig sind.

Einerseits traue ich Pharmakonzernen nicht so recht über den Weg. Freilich gibt es viel Fortschritt in Medizin und Pharmazie, der uns von vielen Krankheiten befreit und uns längere Leben schenkt. Pharmaunternehmen haben aber eigentlich kein Interesse daran, alle Menschen gesund sein zu lassen, denn womit verdient diese Industrie dann ihr Geld?

Außerdem mag ich es gern natürlich. Ich beziehe meine Vitamine lieber von frischem Obst und Gemüse anstatt auf Ergänzungsmittel angewiesen zu sein.

Und auch die Langzeitfolgen von Medikamenten für Leber und Nieren geben mir zu denken. Denn tatsächlich verfügt unser Körper bereits über prima Abwehrkräfte. Wir müssen ihm nur die Zeit dafür geben, diese auch auszubauen, anstatt jedes Anzeichen für eine Grippe mit Pillen zu bekämpfen.

Darüber hinaus haben Medikamente noch einen ganz anderen Aspekt, der mich stört: Dieser ganze Verpackungsmüll! Selbiges gilt für Vitaminzusätze. Ich mag es lieber natürlich. Bei Hustensaft vertraue ich beispielsweise auf das simple, doch wirkungsvolle Rezept Zwiebel + Zucker. (Als Kind habe ich diesen Hustensaft geliebt! :))

Die Moral aus der Geschicht‘

Die Natur versorgt uns bereits mit allem, was wir brauchen. Ich verwehre mich nicht gegen Fortschritt, halte es aber wichtig, zu hinterfragen, ob DAS (das kann alles sein – von Medikamenten zum neuen Pullover hin) gerade wirklich nötig ist.

Nutzt ihr selbst eher Naturheilmittel, die ihr noch von eurer Oma kennt? Oder greift ihr eher auf Tabletten zurück? Und welche natürlichen Heilmittel könnt ihr empfehlen?

Alles Liebe,

Philipp

OSZWC Tag 5 – Reste aufbrauchen

Überraschender Weise hatte ich schon wieder einen müllfreien Tag, da wiederum nichts gekauft. Vom Lebensmittel retten habe ich nämlich noch so viel übrig, dass ich einfach nichts kaufen muss. Stichwort: Reste aufbrauchen.

Das habe ich mir schon länger angewöhnt. Da ich ohnehin meist nur für zwei Tage einkaufen gehe, damit die Sachen frisch sind und ich sie alle bekomme, ehe sie verderben, ist es auch gar kein Problem.

Beim Einkauf selbst achte ich dann darauf, nichts zu kaufen, von dem ich weiß, dass ich es noch zu Hause habe. Das halte ich selbst dann so, wenn mein Vorrat nicht mehr für zwei Tage reicht. Ich komme schon hin und gestorben bin ich davon bisher noch nicht. Mit Resten komme ich nämlich oft länger hin als gedacht.

Tipp des Tages:

Nichts kaufen, das ich noch zu Hause habe.


 

Außerdem habe ich erfahren, dass in Frankreich Supermärkte mit einer Größe über 400m² keine guten Lebensmittel mehr wegwerfen dürfen, sondern fortan an wohltätige Organisationen spenden müssen. Die Lebensmittelindustrie findet das natürlich nicht gut.

Deutschland beabsichtigt ebenfalls nicht, das einzuführen, was ich sehr schade finde. Vielen Lebensmitteln könnte so noch ein Zweck gegeben werden und damit all den Ressourcen, die dafür verwendet wurden.

Wir hatten das Thema Aktivismus seitens der Regierung ja schon in Bezug auf Stoffbeutel und Tüten. Wie seht ihr das? Sollte die Regierung sich stärker für Umweltschutz einsetzen oder muss es zunächst von jedem einzelnen ausgehen? Ich bin gespannt auf eure Meinungen!

Alles Liebe,

Philipp

OSZWC Tag 4 – Einkaufsfreier Tag

Huch, schon ist Halbzeit! Das ging echt schnell! Und ich freue mich jeden Tag über den aktiven Austausch, den wir gemeinsam betreiben! Weiter so. 🙂

Heute war mein einkaufsfreier Tag. Entsprechend fiel auch kein Müll an. Außerdem habe ich heute jede Menge selbst gekocht und gebacken. Angefangen bei dem geilsten Haferbrei, den ich je hatte, für mein Frühstück hin zu einer Eigenkreation an Haferkeksen.

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Bei letzteren besteht auf jeden Fall noch Verbesserungbedarf, zumal ich gar nicht die genauen Verhältnisse weiß, da ich einfach frei Schnauze die Zutaten vermengt habe. So viel sei gesagt: Chia ist ein prima (in meinem Fall müllfreier) Eiersatz beim Backen und natürliche Süße tut es häufig auch – dann sind die Naschereien sogar gesund und verpackungslos. 🙂

Es sind keine Zutaten alle geworden, allerdings ist mir aufgefallen, dass die Kokosraspeln noch ordentlich Öl an das Papier abgeben, weshalb sowohl deren Tüte als auch die darunterliegende mit Haferflocken fettgetränkt sind. In Zukunft Kokosflocken also lieber im Glas. 🙂

Was habe ich aus dem heutigen Tag mitgenommen?

Ganz klar: Wenn ich nichts kaufe, verursache ich auch keinen Müll.

Das mag etwas salopp klingen, weil sich Dinge ja schon abnutzen oder kaputt gehen, und ich ja auch Dinge verbrauche. Für mich steht also im Vordergrund, dass mein Konsumverhalten in direktem Zusammenhang mit meinem Müllaufkommen steht. Stelle ich mir vor, ich hätte den Haferbrei oder die Kekse fertig gekauft, wäre auf jeden Fall viel mehr Müll angefallen. Darüber hinaus wären sie auch weder so lecker noch so gesund gewesen. Und nicht zuletzt fühle ich mich wesentlich ausgeglichener und zufriedener, nachdem ich mir Zeit für mein Essen genommen habe.


 

Mein Wochenende ist damit um. Bei euch dürfte gerade angerichtet werden. In diesem Sinne: Guten Appetit! 🙂

Euer Philipp

OSZWC Tag 3 – Lebensmittel retten auf dem Shuk

Heute waren endlich mal wieder aushaltbare Temperaturen, deshalb es auch kein Eis. 😛 Da das Wochenende in Israel aber aus Freitag und Samstag besteht und ab Freitag nachmittag nichts mehr geht, musste ich mich entsprechend vorbereiten.

Für mich heißt freitags aber auch, dass ich Lebensmittel retten gehe. Vor wenigen Wochen fiel mir nämlich zum ersten Mal, eher zufällig, auf, wie viel auf dem Shuk (Markt) eigentlich übrig bleibt. Entsprechend war bereits heute mein Dumpstertag. Das habe ich dabei alles gerettet:

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  • 1 Tüte voll Baguettes
  • 2 Bund Minze (es wird die nächsten Tage viel Minztee geben :D)
  • 3 fluffige Pita
  • 2 Focaccia
  • 1 Schabbatbrot
  • 2 Melonen
  • 1 Aubergine
  • 1 Banane
  • 1 Kirsche
  • 8 Tomaten
  • 2 Pflaumen
  • 2 Nektarinen
  • 2 Zwiebeln
  • 3 Paprika
  • 1 Pfirsich
  • 1 Gurke
  • 3 Kartoffeln
  • 1 Zitrone
  • 1 Sack rote Kartoffeln (es wird wohl auch recht kartoffellastig)

Unterwegs bin ich noch einer Kommilitonin über den Weg gelaufen, also haben wir gemeinsam weitergesucht und sind beide voll bepackt nach Hause. In meinem Fall waren mein Rucksack und ein Stoffbeutel voll.

Dadurch trage ich natürlich recht viel Plastik nach Hause, das ich sonst nicht mitbringen würde. All die Tüten werde ich aber zu Müllbeuteln umfunktionieren, dann kaufen sich meine Mitbewohner nicht so schnell neue. In dem Kartoffelnetz dürfte sich Plastikmüll auch gut sammeln lassen.

Ich rechne diesen Plastikmüll auch nicht auf mein Konto, denn:

  1. Wurde der Müll bereits verursacht. Dadurch, dass ich ihn mit nach Hause nehme, erhöhe ich nicht die Nachfrage an in Plastik verpackten Lebensmitteln.
  2. Rette ich so wenigstens die Lebensmittel, die sonst entweder weggeworfen oder an Tiere verfüttert würden.
  3. Wird der Müll auf diese Weise wenigstens getrennt und bekommt manchmal sogar noch einen Zweck.

Ich finde es erstaunlich, wie Essen von einem Moment (Freitag) auf den nächsten (Schabbat) seinen Wert verlieren kann. Zum Glück kann man etwas dagegen tun. Und es freut mich, dass ich nicht der einzige bin, der hierzulande sich nach den üppigen Überbleibseln umschaut. Darüber habe ich auf meinem Blog auch hier schon mal geschrieben.

Seitdem ich Lebensmittel rette, kaufe ich selbst auch weniger ein. Denn ich mag erstmal schauen, was ich beim retten kann, bevor ich selbst kaufe. Alles, was ich danach noch brauche, kaufe ich dann einfach in arabischen Geschäften, die sich nicht an Schabbat halten.

Ein paar Dinge gibt es natürlich trotzdem, die nie beim gerettet werden müssen, weil sie sich einfach so lang halten. Deshalb habe ich die heute zusätzlich gekauft.

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Seit Maria von den wundersamen Chiasamen berichtet hat, bin ich total angetan von ihnen. Dieses Mal möchte ich sie als Eiersatz verwenden.

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In diesen wiederverwendeten Tüten befinden sich mit Schokolade umhüllte Kaffeebohnen und Mandeln, Kokosraspeln und Haferflocken. Alle drei möchte ich zusammen mit ein paar weiteren Zutaten zu Makronen verarbeiten. Mal schauen, wie gut es funktioniert. 🙂

Anderweitig ist bei mir heute nur Papiermüll angefallen:

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Die linke Tüte war der Fetttropfschutz für meinen Mittagessen: Sabikh. Ich liebe dieses israelische Essen und wollte schon seit Wochen mal wieder beim Sabikhladen meines Vertrauens eins essen, war nur immer zu spät. Heute hat es endlich geklappt. Den Tropfschutz braucht man auch wirklich, weil der Inhaber das Pita immer proppe-voll stopft. Während des Befüllens denke ich schon immer, das gar nichts mehr reinpassen würde und werde dann immer wieder vom Gegenteil überzeugt. 😀

Die rechte Tüte war eine wiederverwendete, die heute gerissen ist, weshlab ich den Inhalt in eine andere umfüllen musste.

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Ich habe immer meinen Notizblock dabei, der mir meinen Alltags wesentlich erleichtert. Heute habe ich ihn wieder durchgearbeitet, weshalb ein paar Seiten im Müll landen werden.

Was hat mir der heutige Tag gezeigt?

Auf dem Shuk ist mir aufgefallen, wie wichtig Vorbereitung ist. Denn neben all den Dingen, die ich rette, sehe ich dort auch all die Menschen, die mit zehn Plastiktüten in jeder Hand den Heimweg antreten. Deshalb habe ich mir heute Morgen eine Einkaufsliste in meinem Block notiert und bin diese beim Packen meines Rucksackes durchgegangen, um auch auf jeden Fall gewappnet zu sein. Bei der Gelegenheit habe ich gleich noch alle vorrätigen Papiertüten eingepackt, damit ich die auch ja erst „aufbrauche“ bevor ich neue bekomme.

Außerdem ist mir heute bewusst geworden, dass ich immer, wenn ich unterwegs esse, mehr Müll verursachen werde, als wenn ich es einfach zu Hause tue oder zumindest dort koche. Da ich aber bereits zum Frühstück und und häufig zum Abendessen koche, sprengt ein drittes Mal Kochen meist meinen zeitlichen Rahmen. Oft koche ich einfach mehr, damit ich unterwegs etwas Tolles zu Mittag habe. Deshalb bin ich auch stets auf der Suche nach öffentlichen Essensmöglichkeiten, wo ich möglichst plastikfrei essen kann (wie zum Beispiel bei Erika Sabikh).


Das war es heute von mir! Ich mache mich jetzt ans Kochen und wünsche euch morgen viel Spaß beim Lebensmittel retten und gemeinschaftlichen Kochen danach!

Alles Liebe,

Philipp

OSZWC Tag 2 – Wohnen mit Müllschleudern

Heute bin ich wesentlich weniger empört als gestern – zumindest über die Lebensmittelindustrie.

In Israel ist Mülltrennung quasi nicht vorhanden. Das ist mir schon länger bewusst und ein Dorn im Auge. Andererseits müssen ja vor allem auch die Menschen etwas dafür tun – nämlich trennen. Auch in Deutschland fällt mir eine große Menge ein, die das nicht tut.

Bei mir ist Jerusalems Naturkundemuseum ums Eck. Dort wird praktischer Weise ein Komposthaufen angeboten. Umso mehr ärgert es mich, dass ich jeden Tag irgendwelchen anderen Müll in unserer Biomüllschüssel vorfinde – obwohl ich das Thema schon mehrmals angesprochen habe.

Diskussionen helfen hier auch nicht wirklich weiter, wie meine Erfahrung gezeigt hat. Deshalb meine Frage an euch: Wie packt ihr die Müllvermeidung mit euren Mitbewohnern an?

Ich habe mir schon öfter gesagt, dass ich den Müll anderer Menschen nicht auf meine Kappe nehme. Und dann denke ich immer wieder daran, dass wir alle im gleichen Boot sitzen (aka auf dem gleichen Planeten leben).

Ich bin gespannt auf eure Kommentare!


 

Heute war es heißer als gestern – nahezu unausstehlich. Deshalb habe ich mir heute zwei Kugeln Eis in der Waffel gegönnt. Leider war ein Serviette um die Waffel. Die hätte ich am Ende allerdings eh gebraucht (Drei Schokosorten in einem Eis!) und sie ist wenigstens biologisch abbaubar, da ohne Baumwolle.

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Außerdem brauchte ich neue Nüsse! Klar, dass da meine Brotdose wieder mit dabei war. Heute standen Pekannüsse auf dem Programm. Ein Kilogramm Datteln kam mir auch noch in den Korb. (Sehr geniale „Süßigkeit“, die ich jedem nur empfehlen kann!) Die Tüte dafür hatte ich bereits von einem früheren Dattelkauf. Außerdem hilft bei solchen Temperaturen immer ein frischer Minztee. Das Bündel war mit einem Gummi zusammengehalten. Den verwende ich aber einfach weiter, deshalb sehe ich ihn noch nicht so recht als Müll an. Denn für meine Papiertüten kann ich immer einen Gummi gebrauchen.

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Was habe ich heute gelernt?

Häufig lohnt es sich, hartnäckig zu sein. Auch wenn es auf den ersten Blick keine plastikfreie Lösung geben zu scheint, findet sich häufig auf den zweiten Blick doch eine. Deshalb lieber nicht sofort zuschlagen, sondern abwarten. Bei Lebensmitteln hilft es da übrigens, wenn vorm Einkaufen etwas gegessen hat. 😉

Alles Liebe,

Philipp

 

OSZWC Tag 1 – Die Fallen lauern überall

Der erste Tag der Challenge und schon tappe ich in die Falle!

Doch vielleicht beginne ich lieber damit, wer ich bin und was ich bezwecken möchte. An der Eröffnungsveranstaltung konnte ich nämlich nicht teilnehmen, weil ich derzeit in Jerusalem wohne. Über meine Erfahrungen (nicht nur diese, sondern generell) blogge ich auch. Plastikfrei zu leben ist schon seit längerem ein Ziel für mich. Entsprechend viel Bedeutung messe ich dem im Alltag bei. Aus diesem Grund nehme ich auch außer Konkurrenz teil.

Dennoch kam die Challenge für mich genau zum richtigen Zeitpunkt, denn ich möchte überprüfen, wie viel Müll ich denn tatsächlich noch verursache, wo ich doch schon so sehr darauf achte.

Abgesehen davon bin ich der festen Überzeugung, dass wir alle jede Menge Tipps, Erfahrungen und Hoffnung aus diesem Experiment mitnehmen können!

Ich bin schon so weit, dass ich Sachen einfach nicht kaufe, wenn ich sie plastikfrei bekommen kann und nicht unbedingt brauche. So stark ist mein Verlangen danach dann häufig doch nicht.

Ein weiterer Schwerpunkt liegt für mich auf Papier. Im Normalfall habe ich damit kein Problem, weil dieses so wunderbar verrottet. Doch was ist mit den Farben? Und wenn ein Papier nur „kurz“ verwendet wird, bevor es im Müll landet, werden ja auch hier Ressourcen verschwendet. Deshalb verwende ich Papier so lang wie möglich wieder, bevor ich es in den Recyclingkreislauf gebe.

Für diese Woche habe ich mir zwei Stoffbeutel bei Seite gelegt. In einem sammel ich meinen Plastikmüll, in dem anderen meinen Papiermüll bis die Challenge vorüber ist. Da ich keins der tollen Notizbücher bekommen kann und ein Versand hierher unsinnig wäre, halte ich es digital.


Nun aber zum heutigen Tag:

Heute bin ich in eine Falle getappt. In Jerusalem hatte es 38-40°C, da sehnte ich mich nach Eis. Normalerweise esse ich mein Eis immer in der Waffel. Und wenn ich kein Waffeleis bekomme, dann von Cornetto, weil es das ohne Plastik gibt. Erst kürzlich hatte ich Eis einer populären Marke im Angebot erworben – natürlich nachdem ich mich vergewissert hatte, dass es plastikfrei ist. Ich hatte sogar den Deckel abgenommen und war ganz erstaunt, dass alles aus Papier bzw. Pappe war. Alle sind wie verrückt nach diesem Eis, da muss ich als Eisliebhaber natürlich früher oder später mal probieren. 😉

IMGP3608Also nahm ich den Eiskübel aus unserem Gefrierfach, entfernte den Deckel und zog das Trennpapier ab. Also, das vermeintliche. Auf der Innenseite des Bechers war es nämlich mit einer hauchdünnen Schicht von Plastik beschichtet, wie man es von diesem Käse- und Brot-Frischhalte-„Papier“ kennt.

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Ich habe mich wirklich geärgert – nicht nur über meine Naivität, sondern auch weil ich mich betrogen gefühlt hatte. Not so fair!

Kurzerhand habe ich dann begonnen, den Kübel auseinanderzunehmen, um festzustellen, ob nicht noch irgendwo Plastik versteckt ist. Es scheint tatsächlich nur das Trennpapier zu sein. Warum geht das nicht ohne?!

IMGP3611Außerdem hatte ich heute Mittag Falafel im Lafa. Ich kenne meine Orte, wo ich es plastikfrei bekomme. Das ist das Papier dazu.

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Außerdem war ich auf dem Markt einkaufen. Meine Nüsse bekomme ich in meine Brotdose. Bei Obst und Gemüse schreie ich den Verkäufern immer entgegen, dass ich keine Tüte haben möchte, bis die Finger davon lassen. Für meinen Hafer nehme ich eine Papiertüte mit. Die hier stammt aus dem Laden meines Vertrauens für Schokokonfekt. Normalerweise halten die Papiertüten drei bis sechs Mal, bevor sie Löcher vom Abwetzen bekommen.

Was kann ich also aus dem heutigen Tag lernen?

Ich werde künftig noch kritischer sein und noch weniger kaufen, wenn ich Zweifel habe. Industriellen Lebensmittelherstellern kann ich mittlerweile kaum noch Vertrauen aufbringen. Im Eisfall überlege ich, tatsächlich auch auf Cornetto zu verzichten und wirklich nur noch Waffeleis zu essen. Denn mal im Ernst: Wie genial ist es bitte, dass man die Verpackung einfach mitisst? 😀

Alles Liebe und viel Erfolg euch!

Philipp

PS: @Maria: Ich habe heute Chia zum Abfüllen auf dem Markt gefunden. Sie bewahren es allerdings in einem Plastikbehälter auf.