Archiv für den Monat Juni 2015

Wie gehts weiter?

Ihr lieben!

Bestimmt ist bei euch auch wieder ein wenig der Alltag eingekehrt?

Damit das ganze Wissen und die gemachten Erfahrungen nicht so versickern, finde ich das Prinzip von zeitlich überschaubaren Challenges, die übers Jahr verteilt sind, sehr motivierend.
Ich bin jetzt grade Feuer und Flamme für eine neue Challenge, die sich super anhört und auf Plastikvermeidung beschränkt.

Maria hat die Challenge auf ihrem Blog schon angekündigt, dort findet ihr auch alle Infos.Schaut mal rein 🙂

Ansonsten könnte ich mir vorstellen, diesen Blog hier weiterhin als Austauschplattform zu nutzen, in dem man einfach Situationen oder Sachen vorstellt, bei denen es einem schwer fällt, Müll zu vermeiden. Gemeinsam könnte man dann Alternativen überlegen.

Mir fallen auch ein paar Sachen ein:

– Einsparen von Plastik beim Rasierer?
– Nüsse, Margarine und Gewürze, kauft ihr die unverpackt?

Zwergencamping und Rückblick

Endlich komme ich auch dazu, meinen Rückblick zu schreiben.

Zu hause war ich ja trotz genauer Planung, bekannten Einkaufsmöglichkeiten und diversen Vorräten nicht abfallfrei, aber unterwegs, wenn man nicht weiß, wo es was ohne Verpackung gibt, ist das echt eine fast unmögliche Aufgabe!

Hinzu kam noch, dass wir an verschiedenen Orten waren, also eigentlich nie mehrmals an der gleichen Stelle einkaufen gingen. Ich habe einiges an Vorräten in den Bus gepackt, so dass wir wenig einkaufen mussten, aber einiges war dann doch fällig. Und dann musste ich wieder einmal feststellen, dass es in anderen Ländern teilweise noch viel schwieriger ist, plastik- und müllfrei einzukaufen. So waren alle italienischen Supermärkte, die ich diese Woche gesehen habe, wahre Plastikparadiese.

Wasser gab es praktisch gar nicht plastikfrei zu kaufen. Da unsere Edelstahl- Trinkflaschen aber immer dabei sind, konnten wir sie auffüllen, wenn wir an Trinkwasser kamen.

IMG_20150606_191834

Säfte gab es zwar manchmal in Glasflaschen, die aber leider auch keine Pfandflaschen waren und so leer zu Müll wurden.

Obst und Gemüse haben wir versucht, lose auf dem Markt zu kaufen. Wie immer hatte ich hier meine Beutel dabei, und meine neue Edelstahlschüssel hat auch für leicht Zermatschbares gute Dienste geleistet.

Da die Schüssel wasserdicht und geruchdicht verschließbar ist, konnten wir darin auch Lebensmittel außerhalb des Buses aufbewahren, ohne dass sofort Ameisen oder andere Tiere daran gingen. Nachts blieb die Schüssel ebenfalls draußen, und so blieb der Inhalt automatisch kühl.  Brot blieb darin ebenfalls länger haltbar, da es weder nachts Feuchtigkeit zog und lätschig wurde, noch tagsüber austrocknete.

IMG_20150531_110952

Bei der Kirschverkäuferin auf dem Wochenmarkt habe ich, nachdem ich sie davon überzeugt hatte, mir die Kirschen in meinen Beutel zu packen, sogar eine Nektarine dazu geschenkt bekommen, weil sie sich so gefreut hat über meinen Versuch, ihr auf italienisch von meinem Zero waste projekt zu erzählen 🙂

IMG_20150606_124448

Der größte Teil des Mülls fällt aber immernoch bei den Windeln an. Also habe ich wieder mein erprobtes Windelmanufakturwindel- Set mitgenommen.  Diese Windeln sins so genäht, dass nur ein kleiner Teil gewechselt werden muss und so sehr wenig Wäsche entsteht. Zusätzlich können sie mit Stoffeinlagen oder Wegwerfeinlagen befüllt werden, was für Unterwegs sehr praktisch ist, da es einfach nicht immer möglich ist, Windeln mit der Hand zu waschen. Durch dieses Hybridsystem fällt trotz Benutzung von Wegwerfeinlagen wesentlich weniger Müll an als bei normalen Wegwerfwindeln.

IMG_20150605_113408

Da ich ja aber versuchen wollte, so wenig Müll wie überhaupt möglich zu verursachen, habe ich tagsüber zu waschbaren Einlagen gegriffen. Mullwindeln saugen sehr gut, sind auf die perfekte Größe faltbar und trocknen aufgefaltet sehr schnell. Nur wenn es nachts länger halten musste oder ich zu bestimmten Zeiten wusse, dass die Windel verschmutzt werden würde, habe ich Wegwerfeinlagen verwendet. Die Windeln blieben so also relativ sauber und ich konnte sie gut auch mit der Hand auswaschen.

IMG_20150601_105107

Hier habe ich letzten Sommer schon einmal ausführlicher über die Windelmanufakturwindeln berichtet: https://gruenezwerge.wordpress.com/2014/07/23/windeln-unterwegs/

Alles in allem waren wir also nicht wirklich müllfrei, konnten aber wieder einiges an Müll einsparen.

Ohne die Challenge hätte ich vermutlich auch viel weniger nach Alternativen gesucht und mir nicht so viele Gedanken gemacht… also trotz fehlendem Zero- Erfolg eine wirklich gute Woche mit tollen neuen Ideen und Erfahrungen.

(M)Eine Müllwoche

Nun bin ich wieder in Graz und somit dazu gekommen endlich den Müll zu fotografieren und abzuwiegen. Eins nehme ich gleich vorweg, ein Foto der Digitalanzeige ist sich nicht ausgegangen. Musste mir unserer Küchenwaage herumhantieren, weil unsere Personenwaage kaputt ist. Diese Woche sind insgesamt 321g Restmüll angefallen. Da war viel Unrat (Staubsauger wurde entleert) dabei, aber auch Schneiderabfälle, Kassenbons, 3 Stück Backpapier und das eine oder andere Taschentuch. CIMG1529 An Papiermüll fielen diese Woche insgesamt 907 g an. Die beiden Versandkartons alleine wogen ja schon fast 300g. Papiermüll ist fieserweise echt schwer. CIMG1530 Stolz bin ich dagegen auf unsere geringe Menge an Metallmüll. Nur 29 g sind diese Woche angefallen. CIMG1532 An Plastikmüll kamen diese Woche insgesamt 209 g zusammen. CIMG1534 Das Gesamtmüllaufkommen unseres 2-Personen-Haushalts betrug also 1466 g. Also fast 1,5 kg. Zero Waste ist zwar was anderes, doch es ist immerhin mal ein Anfang und liegt immerhin unter den Durchschnittswerten. Darauf kann man ja schon mal stolz sein.

Nach der Challenge soll ja nicht gleich wieder vor der Challenge sein. Ich bin hoch motiviert unserer Müllaufkommen noch weiter zu reduzieren. Allerdings in einem Rahmen, den unser Budget zulässt. Maria hat da mit ihren 113g Gesamtmüll auf alle Fälle eine sehr starke Vorbildwirkung für mich.

Gute Planung wurde ja schon von vielen hier als essentiell für eine geringe Müllproduktion aufgezeigt. Wir machen schon seit langem Essenspläne. In erster Linie um möglichst wenig Lebensmittel wegwerfen zu müssen, weil wir sie nicht aufessen konnten. Doch in Zukunft werden die Essenspläne auch auf Markt bzw. Supermakttauglichkeit abgestimmt. Und auch ein Besuch bei der Kornwaage steht bald mal an, wenn das Müsli wieder mal aufgegessen ist.

Ich hab mich sehr gefreut dabei sein zu können und mich von euren Erfolgen in der Müllvermeidung motivieren zu lassen.

Mögliches Anschreiben für Firmen.

„Sehr geehrte Damen und Herren!

Ich habe eine Anfrage zu [Ihren Produkten/Ihrem Produkt:…..]. Da ich mich viel mit Nachhaltigkeit und Ressourcenschonung auseinandersetze, ist es mir ein Anliegen, so unverpackt und umweltfreundlich wie möglich einzukaufen. Daher würde ich gerne wissen, ob es möglich ist, dass [Ihre Produkte/Ihr Produkt:…..] sparsamer bzw. umweltschonender verpackt wird. Es gibt inzwischen ja vielfältige Möglichkeiten, recyceltes Material zu verwenden, zum Beispiel durch Pflanzenfasern oder biologisch abbaubarem Plastik.

Ich würde mich freuen, wenn Sie Ihre Verpackungsmöglichkeiten überdenken – der Umwelt zuliebe!

Beste Grüße,

[…]“

Was haltet ihr davon? Wird das dem Anliegen gerecht?

7. Tag in Bielefeld und Rückblick

7. Tag
Da haben wir uns über einen müllfreien Tag gefreut, dann ist doch etwas Folie angefallen. Aber immerhin. Wir haben viele Reste aufgebraucht, und somit ist auch sonst nichts mehr angefallen.

7_Tag_Folie

Fast geschafft, dann viel doch etwas Plastikfolie an.

Rückblick
Abschließend nach einer Woche ist zwar schon einiges an Müll zusammen gekommen, aber wir freuen uns trotzdem über das Ergebnis. Die Woche hat uns sehr sensibilisiert und wir werden einiges für unseren weiteren Alltag übernehmen.

Insgesamt haben wir zu zweit 316 Gramm Müll produziert (ein bisschen geschönt, ich denke 50 Gramm sind unterwegs verloren gegangen, bzw. bei Freunden im Eimer gelandet)

Papiermüll:
Papiermüll ist nicht sehr viel angefallen. Kassenbons lassen sich leider nur in wenig Geschäften vermeiden. Neben der Verpackungen für Mehl, Zucker und Haferflocken, für die wir hier keine Alternative gefunden haben, besteht der Papiermüll aus Banderolen und Etiketten der Glasflaschen.

Papier

Der Papiermüll der gesamten Woche: 129 g

Plastikmüll:
Der Plastikmüll besteht aus einigen Altlasten von vor der Challenge, aber ich fürchte es wird auch weiterhin welcher bei uns anfallen. Ein paar Fleisch- und Milchprodukte, wie Frischkäse und Sahne, oder auch Wurst und Fleisch wird es auch weiterhin in Plastikverpackung bei uns geben, bis wir eine Alternative gefunden haben. Hier wägen wir einfach ab zwischen regionalen Produkten, Bio und der Qualität (und leider spielen da auch ein paar finanzielle Beweggründe mit).
Jedoch werden wir unser Sortiment an Reinigungsmittel und Seifen/Kosmetik sehr verändern. Mehr nachfüllen, mehr selber machen und alternative Produkte testen. (Heilerde für die Haare finde ich jetzt schon super!)

Plastik

Unser Plastikmüll: 115 g

Metall:
Die Getränkedose wurde mitgebracht, hier bleiben wir bei Glas. (In Deutschland gibt es zwar das „wichtige“ Dosenpfand, aber Müll bleibt nunmal Müll, auch wenn man ihn zurückgeben kann).

Metall

Der angefallene Metallmüll: 72 g

Was lernen wir aus der Woche?

Planen vermeidet Müll.
Stoffbeutel und Dosen gehören jetzt zu unserer Grundausstattung wenn wir einkaufen gehen, um schon im Geschäft Verpackung zu vermeiden. Gemüse, Obst, Eier gibt es am nur vom Hof oder Markt, und Milch und Joghurt vom Hofladen im Mehrwegglas. Und Oliven und Fetakäse bei unserem neuen griechischen Lieblingsladen.

Selber machen spart viel Müll ein.
Neben dem Müll sparen hat das selbermachen den Vorteil, dass man selber entscheidet was ins Essen kommt. Irgendwie ist man fast ein bisschen befreit, wenn man durch den Supermarkt läuft und merkt das man vieles gar nicht mehr kaufen „muss“. (als würde man das System ein klein bisschen durchschauen 😉

Müll sparen fördert die Kommunikation.
Auch wenn es manchmal anstrengend sein kann, aber man spricht mehr mit Menschen die in den Geschäften arbeiten und bekommt viel Zuspruch. Vielleicht wirkt es ja ansteckend!

Weniger Müll bedeutet seltener den Müll runter bringen.
Finde ich persönlich top.

Wir freuen uns Teil der OpenZeroWasteChallenge zu sein! Weiter gehts!

7TageMüll

7 Tage OpenZeroWasteChallenge

OSZWC Tag 7 – Ein Abschluss?

Auch an Tag 7 kam ich ohne Einkäufe aus. Ich bin überrascht, wie lange ich ohne Neukauf auskommen kann. 😀 Nun sind aber wirklich meine Vorräte erschöpft. Zuletzt verbrauchte ich meine Kokosflocken. Deren Tüte hat sich nur so mit Fett vollgesogen, weshalb ich sie nun entsorge. In Zukunft lasse ich sie mir lieber ins Glas füllen. Das ist auch schon der Müll des Tages.

IMGP3642

Die Challenge ist damit vorbei. Die zero waste Woche ging viel schneller rum, als mir lieb ist.  Was bleibt also?

Ich bin fast zufrieden, wie wenig Müll ich verursacht habe.

IMGP3643

Mein Papiermüll in der Woche

Nur eine Sache wurmt mich: Dass ich der Lebensmittelindustrie mal wieder auf den Leim gegangen bin:

Mein Plastikmüll

Mein Plastikmüll in der Woche

Für mich stand diese Woche im Mittelpunkt, neben einem möglichst geringen Plastikaufkommen auch mal zu sehen, wie viel Müll ich überhaupt noch produziere, wo ich doch schon darauf achte. Einen besonderen Augenmerk wollte ich auf Papier legen.

Meinen Papierverbrauch finde ich in Ordnung und in Zukunft möchte ich schauen, an welchen Stellen noch etwas mehr Einsparpotential steckt. Durch Abfüllen in Gläser ist auf jeden Fall noch mehr möglich. Vielleicht werde ich mich auch mal an selbst gemachte Pasta wagen. Ich habe auch schon lose verkaufte Pasta auf dem Markt gesehen, welche vermutlich recht teuer sein wird. Ich werde ihr auf jeden Fall eine Chance geben.

Ihr seht schon: Die eigentliche Challenge beginnt erst jetzt. Weitermachen, weiter Müll reduzieren, weiter hinterfragen, weiter die Motivation behalten, auch wenn keine Challenge dahinter steht.

Für mich ist meine Motivation klar: Ich möchte selbst so möglichst wenig Schaden hinterlassen. Denn wir sind alle nur Gäste auf diesem wunderbaren Planeten. Wir verhalten uns nur häufig nicht so. Außerdem sitzen wir alle im selben Boot. Unser Müllaufkommen beeinflusst nicht nur unser eigenes Leben, sondern auf lange Sicht auch das aller anderen Lebewesen auf der Welt. Und gerade weil wir andere Menschen nicht zwingen können, ihr Verhalten zu hinterfragen und anders zu handeln, halte ich es für umso wichtiger, dass jeder selbst bewerkstelligt, was er kann.

Deshalb freut es mich umso mehr, dass der Blog bestehen bleiben wird! Und ich freue mich auch in Zukunft auf einen regen Austausch mit euch! Habt vielen Dank für euer Engagement!

Alles Liebe,

Philipp

Müll einer Woche. Rückblick Zero Waste in Deutschland

Heute habe ich nochmal eine kritische Bilanz gezogen. Da ich in einem Zwei-Personenhaushalt lebe, kann ich den Müll leider nicht genau aufspalten. Aber die Bilder zeigen jetzt den Müll von einer Woche, den wir gemeinsam und ich alleine produziert habe (der Extra-Müll den nur mein Freund gemacht hat, ist nicht drauf).

 

papier und pappe 1 woche

Papier und Pappe einer Woche.

Was kann an Pappe und Papier vermindert werden? Benachrichtigungsblättchen, Flyer, Zeitschriften die es auch online gibt, Taschentücherboxen, Tomatenumverpackung.

Was eher nicht: Lebensmittelverpackungen (Haferflocken, Speisestärke) und Kritzelpapier, Briefumschläge teilweise, Klorolle, Backpapierpackung.

plastik

Plastik einer Woche.

Was kann an Plastik vermindert werden: fast alles!
(Soja-/Nussmilch selbermachen, Käse unverpackt(er) kaufen soweit es geht, Müsli besteht wohl weiterhin nur Haferflocken und sonstige in Papier abgepackte Flocken und Zutaten zum Selbermixen in Pappe oder frisch.
Nudeln evtl in Pappe, wo es das gibt (eher selten bei uns) und Saft in Flaschen. Kosmetiktücher und Tempos erledigen sich auch. Die Tüten waren leider sehr verschmutzt, sonst verwenden wir die immer wieder. Tomaten lose kaufen, ist ja bei regionalen auch einfacher. Vanillezucker lässt sich selbst mischen.

Was eher nicht: Nur Hafersahne und Schokolade ist noch schwierig.

Den Restmüll erspar ich euch, das waren nur ein paar Küchenrolleblättchen und zwei Lagen Backpapier.

– Was mich am meisten geärgert hat:  1 Konservendose Bohnen aus den Restbeständen.

– Gewogen habe ich meinen Müll nicht, aber Plastik gab gut eine größere Tüte voll.

– Leider war einiges an Müll von dem Einkauf vor der Challenge, daher wäre es bestimmt viel weniger inzwischen.

Jetzt mache ich mich an meine Notizen und reiche die heute Abend ein.

Aber dabei wird die Sonne genossen 😀