Tag 4 und 5

Tag 4

Unser Tag begann gleich mit Einkaufen. Für uns ist die Langzeitplanung nicht so wichtig, da wir fast jeden Tag einkaufen gehen, aber das Wochenende sollten wir doch ohne zu hungern schaffen.

Unser erster Stopp war der Eduscho am Hauptplatz. Sandra hat dafür sogar die eigene Kaffeedose eingepackt. Den frisch gemahlenen Kaffee bekamen wir gleich in diese Dose hinein. Trotz taktischer Verwicklung der Verkäuferin in ein Zero Waste Gespräch wollte sie Sandra jede Menge Müll unterjubeln, der aber gut abgewehrt werden konnte.

  • Es gibt Pickerl zum Kaffee, damit man weiß was drinnen ist.
  • Die Werbung ist natürlich Pflicht.
  • Ein zusätzliches Sackerl wurde auch noch angeboten.

Scheint ja so, also hätte alles gut funktioniert. Leider erfuhren wir im Gespräch, dass Eduscho eigentlich keinen losen Kaffee führt. Er wird nur so Dargestellt. Tatsächlich wird der Kaffee in 1 kg Packungen geliefert und erst im Geschäft in die großen Behältnisse umgefüllt. Das trübte unseren Erfolg ein wenig, obwohl wir selbst nur den Kassazettel als Müll bekamen.

Weiter gings auf den Lendmarkt. Bei der Fleischerei Feiertag konnten wir alles in die mitgebrachten Tupperdosen geben lassen. Für den Verkäufer war das selbstverständlich. Auch bei der Wurstbudl gings Reibungslos. Es wurde zwar ein Papier zum Schneiden verwendet, uns dann aber nicht mitgegeben. Das Papier ist dann wieder zurück auf den Stapel und wird wiederverwendet.

Für Käsefreunde: Freitags und Samstag ist der Lendmarkt immer um einiges größer, dann ist auch ein Käser mit einem Stand dabei.

Das restliche Gemüse konnte natürlich wieder komplett verpackungsfrei gekauft werden.

openspacesandra

Auf den ersten Blick alles Verpackungsfrei. Der Kaffee tanzt leider aus der Reihe.

Wieder zuhause angekommen machte Sandra noch einen Trip zu Farmers, da wir noch Milchprodukte brauchten. Es gab wieder den üblichen Kassazettel dazu. Auch ein Tetrapak ist diesmal angefallen da die Rohmilch teilweise schwer im Magen liegt und für ein ungutes Gefühl sorgt.
Ich fing schon in der Küche an, denn meine Eltern kamen später noch vorbei und wir brauchten eine Geburtstagstorte. Etwas mit viel Schokolade kam Mülltechnisch nicht in Frage, somit wurde es ein Rhabarberstreuselkuchen. Mehl und Zucker haben wir noch genug, somit gibt es zumindest derzeit kein Müll. Eine Verpackung vom Backpulver blieb schlussendlich über.

Mit den Resten vom Rhabarber machte ich gleich noch ein bisschen Sirup. Wir verwenden dazu immer den fertigen Sirupzucker. Da wir diesen nur in 1 kg Packungen bekommmen, fiel auch hier etwas Müll an, bzw. kann man das Sackerl wiederverwenden.
Wir sind große Saft- und Marmeladeproduzenten. Im vergangenen Jahr mussten wir nur 3 oder 4 Flaschen Sirup zukaufen. Die Glasflachen werden allerdings fürs nächste Jahr weiterverwendet und heuer schaffen wir es hoffentlich durch. Letztes Jahr gab es die Sorten Minze, Zitronenverbene, Melisse, Holunder, Rosmarin, Lavendel und verschiedene Cuvèes der Sorten. Heute bekommen wir später noch Holunderblüten und die Produktion geht weiter. Mit der Marmelade dürften wir fast aufs Glas genau durch das Jahr kommen.

Nach dem Kuchen befüllte ich den Geschirrspüler. Dieser brauchte wiedermal Klarspüler. Wir hatten dafür noch eine Flasche Selbstgemachten vom OPEN reCREATION (die Rezepte findet ihr dort). Die Gläser glänzen gleich wie sonst, also sind wir schon zufrieden.

openspacesandra

Im Rahmen von OPEN reCREATION selbstgemachter Klarspüler

Abends ging es in die Volksküche, somit fiel kein weiterer Müll mehr an, da gedumpstertes Essen verwendet wurde. Ich war ziemlich erschrocken, weil die Mülltrennung bei so vielen Leuten in der VoKü anscheinend nicht gut funktionierte. Ich sortierte einmal kurz den Papiermüll durch, doch das Stück Papier von mir war das einzige wirkliche Papier. Sonst war hauptsächlich Plastik drin. Bevor es wirklich in den Müll geht, wird alles nochmals durchsortiert.

Heute steht eine Grillerei am Programm. Das sollte sich eigentlich ganz müllfrei ausgehen.

Schönen Sonntag noch

Sandra und Volker

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7 Gedanken zu „Tag 4 und 5

  1. widerstandistzweckmaessig

    Hallo!

    Oh – Ihr seid auch solche selbst gemachte Sirupe Liebhaber? Ich habe dieses Jahr auch schon fleißig eingekocht – heute gab es Waste-Rhabarbersirup zu trinken. Der wird aus den Schalen und Abschnitten gemacht, wenn man die Rhabarberstangen für Kuchen verwendet.

    Danke für den Tipp mit dem Fleischer, ich habe ihn gleich an meinen Sohn weitergeleitet.

    lg
    Maria

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  2. Philipp

    Hallo,

    heißt das, dass Leute, die keine eigene Dose mitbringen, den „losen“ Kaffee in eine neue Tüte verpackt bekommen, die der Tüte gleicht, in der der Kaffee bereits vorher verpackt war? D:

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    Antwort
  3. Open Space Sandra

    Ja, so hat das für mich – gut zusammengefasst – ausgesehen. Die Dame hat unter der Kaffee-Bar einen silbernen Plastiksack rausgeholt und gut die Hälfte hat sie für meinen 1/2 kg Kaffee verwendet. Das hat mich echt geschockt … Dachte, die haben dann so größere Kaffeebohnensäcke aus Jute … aber wohl nicht bei Eduscho / Tschibo.

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  4. volkerarendt1982 Autor

    Hi Angelika,

    Das ist ganz einfach, wir nehmen immer den fertigen Sirupzucker, in dem Fall den roten für Beerenfrüchte. Es gibt auch einen anderen für Kräuter und Holunder. Den kriegt man derzeit fast Überall. Man kann natürlich auch normalen Zucker und Zitronen(säure) nehmen. Da hab ich leider kein genaueres Rezept.
    Wir hatten 1 kg Rhabarber für den Kuchen. Die Schalen, Abschnitte und zwei ganze Stangen sind über geblieben. Ich hab den Sirupzucker mit einem 3/4l Wasser aufgekocht und dann das ganze damit übergossen. Drei Tage stehen gelassen und schon ists fertig (also genau heute). Ich nehme heute eine Kostprobe mit 🙂

    Liebe Grüße und bis später
    Volker

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