3. Tag

Gestern kam ich dank dem zickigen Internet in Eisenerz nicht mehr dazu einen Beitrag zu posten. Aber nun funktioniert alles wieder und ich konnte auch schon eure Berichte und Beiträge durchlesen. Wir waren am 3. Tag wandern. Die obligatorische Bergjause passte ich dieses Mal ganz stark der Challenge an. Und ich für meinen Teil kann sehr stolz auf mich sein: die Weckerl blieben vom Frühstück über (hat die Mutter gekauft) und den Aufstrich gabs ich Gläschen (ein Hoch auf den Vegan Boom!). Das Gipfelbier ließ ich dieses Mal sein, ansonsten kaufen wir immer Dosenbier für diesen Anlass. Trotz ständigem Aufpassen und Vermeiden ist insgesamt (Einkaufen, Wandern, Hygiene zu Hause) folgendes angefallen:

  • 1 Papiersackerl (fürs Gebäck meines Freundes)
  • 1 Müsliriegelverpackung (immerhin nur eine und nicht 8 wie sonst immer)
  • 1 Dose Bier (mein Freund wollte nicht aufs Gipfelbier verzichten)
  • 5 Taschentücher (verrotten die eigentlich schnell?)
  • 1 Plastikdoserl (für den Aufstrich des Freundes)
  • 1 Plastikhülse für Taschentücher
  • 1 Wattepad
  • 3 Wattestäbchen
  • 2 Umverpackungen für Cookies (ein schwacher Moment)
  • 2 Stück Küchenrolle

Bekocht wurden mir von meiner Mama, dementsprechend wenig kann ich über ihren produzierten Müll sagen.

Was ich heute gelernt habe: zukünftig werden wird nur noch Stoffservietten und Stofftaschentücher mit auf den Berg nehmen. Die Papiertaschentücher sind dann die eiserne Reserve im Rucksack. Aufstriche möchte ich in Zukunft verstärkt selbst machen bzw. im Glasgläschen kaufen. Wir haben zwar heute auch Müll produziert, aber deutlich weniger als sonst. Als Vergleich kam letztes Jahr pro Bergtour ein 10l Sack Müll (6-8 Müsliriegelpapierl, 3-4 Bierdosen, 2 Plastikdosen für Aufstriche, Käseverpackung, einen Haufen Taschentücher, Wurstverpackung…) zusammen.

Fragen an euch: wie schnell verrotten eigentlich Papiertaschentücher? Gibt’s da ultraschnell verrottende Alternativen? Wenn wir zwei, drei Tage am Berg abseits von Hütten unterwegs sind, muss man ja auch irgendwann mal aufs Klo.

Erkenntnisse bisher: Auf Müll und Verpackungen zu achten macht Spaß und fordert heraus. Manchmal ist es auch anstrengend und ein bisschen deprimierend.

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7 Gedanken zu „3. Tag

  1. widerstandistzweckmaessig

    Hallo Daniela!

    Herzlichen Glückwunsch zu Deiner sehr bewussten Wanderung und dem tollen Ergebnis der Müllreduktion gegenüber sonst!

    Nun zu Deiner Frage: wie lange Papiertaschentücher wirklich brauchen zum Verrotten weiß ich nicht, aber es dauert sicher eine Weile. Ich habe dazu recherchiert und habe Angaben gefunden, die mit meinen Annahmen überein stimmen.

    https://www.hiking-blog.de/verschiedenes/von-der-unsitte-mit-den-papiertaschentuechern/

    Also bis zu 6 Monate muss man rechnen.

    lg
    Maria

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    1. greenxbird Autor

      Dankeschön für den Linktipp. Allerdings stellt sich mir die Frage, wie ich das ganze ohne Schaufel bitteschön vergraben soll. Oder sollte ich ab jetzt besser auf ein Sandkastenschauferl einpacken? Mit bloßen Händen geht das ja schwer… Naja, ich werd da wohl noch recherchieren müssen, ob es nicht irgendeine Möglichkeit gibt. Der Gedanke dran, die auf diese Weise benutzten Taschentücher wieder mit Heim zu nehmen…. naja, appetitlich ist was anderes würd ich mal sagen.

      LG

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  2. timgstruppi

    In Island z.B. muss man seine benutzten Taschentücher vor Ort verbrennen. Vergraben ist wegen der empfindlichen Natur nicht erlaubt und außerdem würde es durch den vielen Wind an den meisten Stellen nicht lange bedeckt bleiben. In Waldbrandgebieten sollte man das natürlich nicht machen. Aber auf Fels sollte das kein Problem sein.

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      1. greenxbird Autor

        Als Mülltüte verwende ich in letzter Zeit immer das Papiersäckchen in dem wir das Gebäck kaufen. Das ist so dünn, da kann von dicht keine Rede sein.

        Das mit dem Verbrennen ist schon mal ein interessanter Ansatz. Wir sind nämlich beim Nachdenken über das Verbuddeln drauf gekommen, dass wir meist in solchen Gegenden unterwegs sind, in denen der Boden nur ein paar Zentimeter dick ist. Im alpinen Gelände gibts eben nicht viel Humusauflage auf dem nackten Felsen. Sollte bezüglich Waldbrand oberhalb der Baumgrenze also auch kein Problem sein. Vielen Dank für den Tipp!

        LG

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  3. Philipp

    Hallo Daniela,

    zunächst einmal meinen Glückwunsch zu deinen Erfolgen. Weiter so! 🙂

    Ich wandere selbst bei jeder Gelegenheit und das seit meiner frühen Kindheit. Deshalb hier meine Gedanken, die mir während des Lesens kamen – vermutlich aufgrund meiner recht eindeutigen Meinung zum Thema.

    – Nach der Sicherheit ist es meines Erachtens das oberste Gebot eines jeden Wanderers alles wieder mit ins Tal zu nehmen, was man mit auf den Berg gebracht hat.
    – Was genau macht ihr mit den Kosmetikartikeln auf dem Gipfel? (Wattestäbchen und -pad) Erst dachte ich an Reinigung der Kameralinse, wofür ich persönlich eher ein wiederverwendbares Brillenputztuch empfehle.
    – Ich war etwas erschrocken über die 10l, die ihr sonst habt. Das erklärt allerdings, weshalb unterwegs so viel Müll rumliegt, denn offensichtlich sind nicht alle so verantwortungsbewusst wie ihr.
    – Ich persönlich bevorzuge das Bier, wenn ich am Tagesziel angekommen bin, da auf dem Gipfel die gefährlichere und für den Körper belastendere Hälfte noch vor mir liegt.
    – Bei der Armee nannten wir diese Arte des Toilettierens „Spatenschiss“ – nicht etwa, weil wir den Spaten als Unterlage, sondern zum Vergaben verwenden sollten. Und bei der Armee hat zumindest jeder einen Klappspaten dabei. In jedem Fall ist es natürlich nicht leicht, da man ja auch häufig in Nationalparks wandert und dort nicht einfach Löcher schaufeln sollte.
    – Ich empfehle anstelle von Papiertaschentüchern recycletes Toilettenpapier. Ich persönlich trage beim Wandern auch stets eine bei mir, denn ich weiß ja nie, wie lang ich unterwegs sein werde. Abgesehen davon ist der Verbrauch mit Taschentüchern wesentlich höher. Ich hatte in meinem Gedächtnis, dass Papiertaschentücher manchmal mit Baumwolle angereichert werden, damit sie weicher sind. Dafür habe ich gerade allerdings keinen Beleg gefunden, insofern ist das nicht bestätigt.

    Alles Liebe,
    Philipp

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    1. Green Bird Autor

      Hallo Philipp! Danke für deine anregenden Gedanken!
      Ja, ich finde auch, dass es oberstes Gebot sein sollte, alles wieder mit runter ins Tal zu bringen. Aus diesem Grund hab ich auch liegen gelassene Trekkingstöcke mit runter getragen (zusätzlich zu meinem eigenen Paar)…

      Bei den Taschentüchern ging ich bisher naiv davon aus, dass die schon verrotten werden. Sicher, störte ich mich an den anderen liegen gelassenen. Aber mir war bis jetzt nicht klar, wie lange die wirklich zum Verrotten brauchen.

      Nein, Kosmetikartikel schleppen wir nicht auf den Berg (wir haben bis auf Mehrtagestouren nicht mal Seife mit). Wattestäbchen und so fiel erst zu Hause nach dem Duschen an 😉 Aber ich hab die Müllmenge des kompletten Tages (Wandern, Einkaufen und Hygiene aufgeschlüsselt).
      Klappschaufel haben wir zwar aufgrund der Lawinenausrüstung, aber der Boden ist in dem Gelände in dem wir uns bewegen so dünn, dass man da keine Löcher schaufeln kann.

      Bislang habe ich ohnehin nur Taschentücher aus Recyclingpapier gekauft. Das Zeug von SCA und Co kommt mir schon länger nicht mehr ins Haus. Aber das mit dem Klopapier find ich noch besser. Ist zudem noch billiger und es fallen nicht diese lästigen Plastikhülsen drum herum an.

      Das Bier werd ich mir künftig ohnehin sparen. Ich mag Dosenbier nämlich wirklich nicht besonders gerne.

      Was nimmst du auf Mehrtagestouren eigentlich so alles an Essen mit? Oder kehrst du immer bei Hütten/Gaststätten ein?
      Wir haben uns (schon vor längerer Zeit) mit Trockennahrung in Plastiktüten eingedeckt. Sauteuer das Zeug und schmeckt nicht mal besonders gut. Allerdings vom Gewicht her unschlagbar.

      Liebe Grüße, Daniela

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