OSZWC Tag 3 – Lebensmittel retten auf dem Shuk

Heute waren endlich mal wieder aushaltbare Temperaturen, deshalb es auch kein Eis. 😛 Da das Wochenende in Israel aber aus Freitag und Samstag besteht und ab Freitag nachmittag nichts mehr geht, musste ich mich entsprechend vorbereiten.

Für mich heißt freitags aber auch, dass ich Lebensmittel retten gehe. Vor wenigen Wochen fiel mir nämlich zum ersten Mal, eher zufällig, auf, wie viel auf dem Shuk (Markt) eigentlich übrig bleibt. Entsprechend war bereits heute mein Dumpstertag. Das habe ich dabei alles gerettet:

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  • 1 Tüte voll Baguettes
  • 2 Bund Minze (es wird die nächsten Tage viel Minztee geben :D)
  • 3 fluffige Pita
  • 2 Focaccia
  • 1 Schabbatbrot
  • 2 Melonen
  • 1 Aubergine
  • 1 Banane
  • 1 Kirsche
  • 8 Tomaten
  • 2 Pflaumen
  • 2 Nektarinen
  • 2 Zwiebeln
  • 3 Paprika
  • 1 Pfirsich
  • 1 Gurke
  • 3 Kartoffeln
  • 1 Zitrone
  • 1 Sack rote Kartoffeln (es wird wohl auch recht kartoffellastig)

Unterwegs bin ich noch einer Kommilitonin über den Weg gelaufen, also haben wir gemeinsam weitergesucht und sind beide voll bepackt nach Hause. In meinem Fall waren mein Rucksack und ein Stoffbeutel voll.

Dadurch trage ich natürlich recht viel Plastik nach Hause, das ich sonst nicht mitbringen würde. All die Tüten werde ich aber zu Müllbeuteln umfunktionieren, dann kaufen sich meine Mitbewohner nicht so schnell neue. In dem Kartoffelnetz dürfte sich Plastikmüll auch gut sammeln lassen.

Ich rechne diesen Plastikmüll auch nicht auf mein Konto, denn:

  1. Wurde der Müll bereits verursacht. Dadurch, dass ich ihn mit nach Hause nehme, erhöhe ich nicht die Nachfrage an in Plastik verpackten Lebensmitteln.
  2. Rette ich so wenigstens die Lebensmittel, die sonst entweder weggeworfen oder an Tiere verfüttert würden.
  3. Wird der Müll auf diese Weise wenigstens getrennt und bekommt manchmal sogar noch einen Zweck.

Ich finde es erstaunlich, wie Essen von einem Moment (Freitag) auf den nächsten (Schabbat) seinen Wert verlieren kann. Zum Glück kann man etwas dagegen tun. Und es freut mich, dass ich nicht der einzige bin, der hierzulande sich nach den üppigen Überbleibseln umschaut. Darüber habe ich auf meinem Blog auch hier schon mal geschrieben.

Seitdem ich Lebensmittel rette, kaufe ich selbst auch weniger ein. Denn ich mag erstmal schauen, was ich beim retten kann, bevor ich selbst kaufe. Alles, was ich danach noch brauche, kaufe ich dann einfach in arabischen Geschäften, die sich nicht an Schabbat halten.

Ein paar Dinge gibt es natürlich trotzdem, die nie beim gerettet werden müssen, weil sie sich einfach so lang halten. Deshalb habe ich die heute zusätzlich gekauft.

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Seit Maria von den wundersamen Chiasamen berichtet hat, bin ich total angetan von ihnen. Dieses Mal möchte ich sie als Eiersatz verwenden.

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In diesen wiederverwendeten Tüten befinden sich mit Schokolade umhüllte Kaffeebohnen und Mandeln, Kokosraspeln und Haferflocken. Alle drei möchte ich zusammen mit ein paar weiteren Zutaten zu Makronen verarbeiten. Mal schauen, wie gut es funktioniert. 🙂

Anderweitig ist bei mir heute nur Papiermüll angefallen:

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Die linke Tüte war der Fetttropfschutz für meinen Mittagessen: Sabikh. Ich liebe dieses israelische Essen und wollte schon seit Wochen mal wieder beim Sabikhladen meines Vertrauens eins essen, war nur immer zu spät. Heute hat es endlich geklappt. Den Tropfschutz braucht man auch wirklich, weil der Inhaber das Pita immer proppe-voll stopft. Während des Befüllens denke ich schon immer, das gar nichts mehr reinpassen würde und werde dann immer wieder vom Gegenteil überzeugt. 😀

Die rechte Tüte war eine wiederverwendete, die heute gerissen ist, weshlab ich den Inhalt in eine andere umfüllen musste.

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Ich habe immer meinen Notizblock dabei, der mir meinen Alltags wesentlich erleichtert. Heute habe ich ihn wieder durchgearbeitet, weshalb ein paar Seiten im Müll landen werden.

Was hat mir der heutige Tag gezeigt?

Auf dem Shuk ist mir aufgefallen, wie wichtig Vorbereitung ist. Denn neben all den Dingen, die ich rette, sehe ich dort auch all die Menschen, die mit zehn Plastiktüten in jeder Hand den Heimweg antreten. Deshalb habe ich mir heute Morgen eine Einkaufsliste in meinem Block notiert und bin diese beim Packen meines Rucksackes durchgegangen, um auch auf jeden Fall gewappnet zu sein. Bei der Gelegenheit habe ich gleich noch alle vorrätigen Papiertüten eingepackt, damit ich die auch ja erst „aufbrauche“ bevor ich neue bekomme.

Außerdem ist mir heute bewusst geworden, dass ich immer, wenn ich unterwegs esse, mehr Müll verursachen werde, als wenn ich es einfach zu Hause tue oder zumindest dort koche. Da ich aber bereits zum Frühstück und und häufig zum Abendessen koche, sprengt ein drittes Mal Kochen meist meinen zeitlichen Rahmen. Oft koche ich einfach mehr, damit ich unterwegs etwas Tolles zu Mittag habe. Deshalb bin ich auch stets auf der Suche nach öffentlichen Essensmöglichkeiten, wo ich möglichst plastikfrei essen kann (wie zum Beispiel bei Erika Sabikh).


Das war es heute von mir! Ich mache mich jetzt ans Kochen und wünsche euch morgen viel Spaß beim Lebensmittel retten und gemeinschaftlichen Kochen danach!

Alles Liebe,

Philipp

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Ein Gedanke zu „OSZWC Tag 3 – Lebensmittel retten auf dem Shuk

  1. widerstandistzweckmaessig

    Hallo Philipp!

    Ich freue mich sehr, dass Dir Chia nun auch so zusagt. Super natürlich, dass Du ihn offen zu kaufen bekommst!

    Das Foto vom Dumpstern ist beeindruckend! So super schönes Gemüse! Gut, dass Du alles gerettet hast.

    lg
    Maria

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