Verursacht Dumpstern (nochmal) Müll?

Hallo!

Ich war gestern dumpstern und hab ein paar Sachen mitgenommen, die verpackt sind, wie zB Salate und Sandwiches. Eines habe ich heute gegessen. Habe ich den Müll nochmal produziert und zähle ich diesen also zu unserer Challenge dazu, oder ist dem gerade nicht so, da ich die Sachen ja aus dem Müll geholt habe, sie also schon weggeworfen waren. Kann man etwas zwei Mal wegwerfen? Klar kann man. Aber die Menge des Mülls wird ja nicht größer. Sie wird sogar kleiner, weil ich den Inhalt ja gegessen habe 🙂

Ich bitte um eure Anregungen!

Danke und Liebe Grüße,

Julia

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7 Gedanken zu „Verursacht Dumpstern (nochmal) Müll?

  1. widerstandistzweckmaessig

    Hallo Julia!

    Ich antworte jetzt nur hier, weil es ja das gleiche Thema bzw. die selbe Frage ist, wie bei Deinem vorigen Beitrag.

    Aus meiner Sicht sind gedumpsterte Verpackungen kein Müll, den man selbst produziert. Ganz im Gegenteil, genau so wie Du im vorigen Beitrag schreibst, Du trägst zur Müllreduktion bei indem Du den Biomüllanteil = Inhalt heraus isst.

    Du trägst nicht nur zur Müllreduktion bei sondern tust noch mehr. Indem Du den Müll trennst, der vorher nicht ordnungsgemäß getrennt war, den essbaren Anteil nämlich isst und den Plastikmüll sortenrein entsorgst. Eine doppelt gute Tat. Wer Container vom Supermarkt gesehen hat, weiß wovon ich spreche.

    Also nein, wenn Du Dich die ganze Woche nur von gedumpsterten Sachen ernährst, dann wirst Du gar keinen Müll verursachen 😉

    Ein wenig anders sieht es meiner Meinung nach mit den Sachen aus den Fairteilern aus, die Du nicht SELBST gedumpstert hast. Auch wenn diese Lebensmittel gerettet wurden, so ist die Verpackung doch der Müll von demjenigen, der sie mitnimmt.

    Wenn ich normalerweise ohne Verpackung einkaufen würde und verpackte Ware aus dem Fairteiler mitnehme, dann kauft derjenige, der sie statt mir mitnehmen würde sprich braucht, wahrscheinlich wiederum verpackte Ware. Insgesamt wird dann somit 2 x Verpackungsmüll verursacht, wenn ich das Teil mitnehme statt selbst unverpackt zu kaufen.

    Ich hoffe, ich konnte den Unterschied, so wie ich ihn verstehe, gut genug erklären.

    lg
    Maria

    PS: Ich poste das doch doppelt auch im anderen Beitrag, falls jemand nicht beide Beiträge liest.

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  2. Philipp

    Hallo Julia,

    auch bei mir der doppelte Kommentar, damit es alle erreicht. 🙂

    Ich sehe es nur in Teilen so wie Maria.

    Wenn du Lebensmittel rettest, ist der Müll ohnehin schon produziert. Und nur durch dumpstern wirst du die Nachfrage nach einem verpacktem Produkt nicht erhöhen. Außerdem wurde so wenigstens das Essen nicht vergebens produziert und du machst den bösen Mischmüll zu nicht ganz so bösen getrennten Müll.

    Der Punkt, an dem ich mit Maria nicht übereinstimme, ist der Fairteiler. Der Logik stimme ich nämlich nur dann zu, so lang jemand anderes das verpackte Essen mitnimmt. Wenn es im Fairteiler verkommt, ist lediglich die Mülltrennung gewonnen, aber das Lebensmittel geht letztendlich trotzdem in die Tonne.

    Ich hoffe, ich habe jetzt nicht mehr Verwirrung gestiftet, als vorher war. Unsere ökologischen Abdrücke zu berechnen ist zu einer sehr komplexen Angelegenheit geworden. Da gibt es auch nicht immer ein Richtig und Falsch.

    Alles Liebe,
    Philipp

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    1. widerstandistzweckmaessig

      Hallo Philipp!

      Dann haben wir keinen Widerspruch, denn das seh ich natürlich auch so. Nur bei uns in Graz bleibt nichts übrig in den Fairteilern, da wird alles mitgenommen. Insofern sah ich das im Kommentar nicht als relevant an.

      lg
      Maria

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  3. tanjawallner2

    ich find auch dass du damit selbst keinen müll produziert hast, würde es aber allgemein erstrebenswert finden die betriebe einfach im vorhinen dazu zu überreden die nicht mehr verkauften lebensmittel weiterzugeben. (siehe foodsharing) da fällt meiner meinung nach am wenigsten an weil die foodsharer immer mit ihren eigenen gefäßen kommen. außerdem bedeutet es eine gewisse kontrolle. die mülltonnen ist öfters überhaupt nicht sortiert. hab schon oft gesehen dass im biomüll wahnsinnig viele plastickverpackungen drin liegen …..
    naja da kann man nur hoffen das foodsharing immer bekannter wird 🙂

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  4. OpenSpaceAngelika

    Das Thema beschäftigt mich auch sehr, da ich sehr viele Lebensmittel übers Foodsharing bekomme. Da ist die Thematik nochmal bisschen anders, als beim Dumpstern, aber irgendwie auch relevant.
    Ich bin da selbst noch etwas unschlüssig, da ich einerseits denke, ich rette Lebensmittel vor der Tonne, indem ich sie durchs Foodsharing abhole und da ich mir die Mühe mache und oft sehr früh abholen gehe, möchte ich natürlich auch etwas davon behalten. Wodurch ich dann natürlich mit sehr viel Verpackungsmüll beladen werde, da selbst Bioläden unmengen an Plastik- und Kartonverpackung verwenden. Natürlich könnte ich es in die Fair-Teiler geben, aber wie gesagt – ich habe den Aufwand und investiere die Zeit, also möchte ich auch davon profitieren (und Geld sparen). Ich glaube also, ich werde die Verpackungen von Lebensmitteln, welche ich diese Woche (noch vor der CHallenge) übers foodsharing gerettet habe, zwar aufschreiben, mich aber für den Müll nicht schuldig/verantwortlich fühlen. Außerdem kann ich einiges eh wieder upcyceln und somit nochmal weiterverwenden 😉

    Aber ich denke, das is eine sehr komplizierte Thematik, für die man sich schlussendlich selbst die beste Lösung erarbeiten muss. Ich frag mich einfach immer, womit kann ich leben? Ich muss hier niemandem was beweisen und nur für mich den richtigen Weg finden.. 🙂
    Ich freu mich natürlich über weitere Sichtweisen und Inputs, damit ich meine Meinung und Ansicht weiterentwickeln kann.

    Danke also, fürs Diskussion starten, Julia!

    Liebe Grüße, Angelika

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    1. Open Space Sandra

      Liebe Angelika! So sehe ich das auch! Ein „mein Müll“ „dein Müll“ gibt es so und so nicht – letztendlich ist es unser Müll! Man kann viel Überfluss iges reduzieren, wenn man bewusst hinsieht, vorbereitet, wählt und – Alternativen kennt! Und genau da muss man ansetzten, sich nach dem retten von Lebensmitteln schlecht zu fühlen, weil man Abfall produziert hat, ist sicher nicht notwendig! Das ist meine Meinung dazu 🙂

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  5. juliakatzianka Autor

    Liebe Leute,

    das sind ja alles tolle Anworten hier 🙂 Freu mich sehr!

    Ich möchte nochmal das Thema Mülltrennung und dumpstern aufgreifen. Maria hat, finde ich, sehr recht in dem Punkt, dass wir ja, wenn wir Lebensmittel dumpstern oder retten, die Verpackungen richtig trennen. Die verpackten Sandwiches (wie auch viele andere Sachen wie abgepackte Salate, verpacktes Obst, Joghurts, etc.) werden, wie Tanja schin erwähnt hat, meistens in den Restmüll geworfen. Nur selten sehe ich, dass das Essen (getrennt von der Verpackung) in der Biotonne landet. Und wenn das mal passieren sollte, weiß ich nicht genau, ob das Personal dies macht, weil es dazu aufgefordert wurde, Müll zu trennen oder aber, um das Essen für die DumpsterInnen ungenießbar zu machen. Aber das ist eine andere Geschichte 🙂 Ich hab sogar schon leere Dosen (!) im Biomüll eines Supermarktes gesehen…

    Heute habe ich, das werde ich auch in meinen Blog später schreiben, eine Schokomilch getrunken und einen Cottagecheese gegessen. Beides in Plastikverpackung. Ich habe diese Lebensmittel weder gekauft, noch gedumpstert. Sie stammen von einer Werbeaktion auf dem Unicampus letzte Woche. Da dies meiner Meinung nach normaler Müll ist, den ich produziert habe, nimmt dieser Müll an der Challenge teil. Immerhin habe ich ihn weder gerettet noch sonst was.

    Gute Nacht euch allein 🙂

    Julia

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