Müll reduzieren im Haushalt – ein Überblick

Im Laufe der letzten beiden Jahre konnte ich das Müllaufkommen in meinem Haushalt deutlich reduzieren. Teilweise fällt nicht einmal mehr 10% dessen an, was vorher war! Für mich macht das ein gutes Gefühl, aber es hat auch den positiven Nebeneffekt, dass wir viel seltener Müll raustragen müssen. Das ist doch auch was, oder?

Heute möchte ich Dir einen Überblick geben, wie Du Dir meinen Haushaltsmüll vorstellen kannst.

Altmetall

ungefähr monatlich: 1 Tube Tomatenmark, 1 Tube Zahnpaste
unregelmäßig: ein bisschen Alufolie von Schokolade

Ich kaufe keine Dosen mehr. Tomaten werden selbst eingekocht oder in der Flasche gekauft, getrocknete Hülsenfrüchte bekomme ich lose im Bioladen und alles andere wie z.B. Maiskörner kann man auch im Glas kaufen.

Informationen, was alles in Aluminium verpackt ist und Alternativen dazu findest Du in meinem Beitrag Müll reduzieren beim Einkauf Teil 1. – Aluverpackungen.

Altglas

ungefähr monatlich: 1 Flasche Essig, 1 Flasche Öl
unregelmäßig: Bruchglas, falls einmal etwas runter fällt

Handelsübliche Twist-Off-Gläser werden gereinigt und für Marmelade, Chutney, Relish oder Vorratshaltung verwendet. Flaschen verwendet ich um Holunderblütensirup, Apfelsaft oder Kräutersirup einzukochen.

meine Gewürze werden in alten Gläsern aufbewahrt

meine Gewürze werden in alten Gläsern aufbewahrt

Altpapier

ungefähr wöchentlich: 2-3 Gratiszeitungen, die automatisch zugestellt werden
unregelmäßig: Briefumschläge, Einkaufszettel, Notizzettel, Verpackungen aus Karton und Papier

Mein Zeitungsabo habe ich schon vor langer Zeit gekündigt, Informationen bekomme ich aus dem Internet. Auch die Fernsehzeitung brauche ich nicht mehr, weil ich seit 3 Jahren keinen Fernsehempfang mehr habe (was mein Leben sehr bereichert hat!).

Seitdem ich den Aufkleber „Bitte kein unadressiertes Werbematerial“ verwende, hat sich mein Altpapieraufkommen drastisch reduziert. Statt mehrmals wöchentlich das Altpapier zu entsorgen reicht nunmehr alle 2 Wochen.

Die Kartons von Nudeln verwende ich übrigens um Biomüll zu sammeln und die Papiersäckchen von Zucker und Mehl werden gebraucht, um Getreide und Hülsenfrüchte im Bioladen zu kaufen. Dadurch fällt kein weiterer Müll an und ich brauche trotzdem nicht die schweren Vorratsgläser mitzunehmen.

den Aufkleber bekommt man gratis

den Aufkleber bekommt man gratis

Biomüll

täglich: 1-2 l Biomüll
unregelmäßig: Gras-, Strauch- und Blumenschnitt im Garten

Mein Garten ist so winzig, dass ich keinen eigenen Kompost habe, daher wandert mein Biomüll in die Biomülltonne.

Biomüll fällt bei mir wirklich sehr viel an, weil wir so viel Gemüse essen. Aber damit kann ich gut leben, denn das verrottet und ergibt fruchtbare Erde

Plastikmüll

wöchentlich: 1 kleiner Sack voll Plastikmüll (ca. 2 l)

Seit Mitte 2013 habe ich den Plastikmüll wirklich deutlich reduzieren können. Bis dahin hatten wir pro Woche durchschnittlich 50 – 60 l Plastikmüll.

Heute wird die Milch vom Automaten in die eigenen Flaschen abgefüllt, Obst und Gemüse beziehe ich lose über die Grüne Kiste oder am Bauernmarkt, Wurst, Käse und Fleisch kaufe ich unverpackt in selbst mitgebrachten Behältnissen und im Bioladen bekomme ich Getreide und Hülsenfrüchte lose zu kaufen.

Waschmittel, Geschirrspül- und Putzmittel kann ich im selben Bioladen in selbst mitgebrachte Gefäße abfüllen lassen.

Selbstverständlich habe ich immer eine Einkaufstasche mit, um meine Einkäufe nach Hause zu tragen.

Vieles, was ich nicht ohne Plastiverpackung kaufen kann mache ich selbst. Das bereitet mir einerseits Freude, andererseits habe ich ein gutes Gefühl, weil ich nicht nur Müll sondern auch Lebensmittelzusatzstoffe, die ich nicht mitessen möchte, vermeiden kann.

mein plasticfree July 2014

mein plasticfree July 2014

Ich bin mit den Plastikverpackungen jedoch nicht ganz so streng wie während des plastic-free-july (auf dem Bild oben sieht man übrigens den gesamten angefallenen Plastikmüll im Küchenbereich von einem Monat für 2 Personen), weil ich aus dieser Challenge gelernt habe, dass ich die Freude verliere, wenn ich dort, wo ich wirklich keine Alternativen finde, darauf verzichten muss.

Daher habe ich für mich entschieden dass es besser ist, wenn ich weiterhin 2l Plastikmüll pro Woche verursache statt irgendwann ganz damit aufzuhören, weil es mir nur noch auf die Nerven geht, dass es nur durch Verzicht möglich ist gar keinen Plastikmüll zu verursachen.

In meinem Beitrag Abschied vom Perfektionismus kannst Du meine Gedanken zu diesem Thema ausführlicher nachlesen, wenn es Dich interessiert.

Hygieneprodukte für Frauen

Wie ich es mit den Hygieneprodukten für die speziellen Tage halte, ist in meiner Beitragsserie „Müll reduzieren während den Tagen“ nachzulesen. Es fällt mittlerweile auch an diesen Tagen gar kein Abfall mehr an.

Monatshygiene

Altkleidung

Kleidung, die zwar noch gut ist, aber von mir aussortiert wurde, trage ich entweder zum Kleidertauschmarkt oder in den Kostnixladen.

Falls meine Lieblingskleidungsstücke oder Zubehör kaputt gehen, werden sie genäht oder repariert.

Tipps zur Müllvermeidung bei Kleidung sind in meinem Beitrag Was passiert mit Altkleidern zu finden. Wie weniger Müll bei Kleidung durch alternatives Verhalten entsteht, sind den Tipps für den Kleiderschrank zu entnehmen.

Unterwegs

Wenn ich länger unterwegs bin nehme ich meine Trinkflasche sowie eine kleine Jause in der Edelstahldose mit, falls ich zwischendurch Hunger bekomme. Gerade kleine Snacks im Vorbeigehen gekauft verursachen meist nämlich ganz viel Müll!

Restmüll

ungefähr monatlich: rd. 10 Wattestäbchen aus Papier, etwas Kehricht sowie der Inhalt des beutellosen Staubsaugers
unregelmäßig: verschmutztes Papier, kaputte Kleidungsstücke, kaputter Hausrat

Ich verwende Spültücher und Spülschwämme aus Stoff bzw. aus Garn selbst gestrickt bzw. gehäkelt, Taschentücher, Servietten und Küchenrolle wurden ebenfalls durch waschbare Alternativen ersetzt.

Auf meinem Blog ist auch eine Anleitung zu finden, wie man Spültücher aus alten Handtüchern selbst nähen kann.

Bereits seit ganz vielen Jahren fällt bei mir so gut wie kein Restmüll mehr an, da ich wirklich sehr genau den Müll trenne.

Abwasch collage

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15 Gedanken zu „Müll reduzieren im Haushalt – ein Überblick

  1. Catgirl

    Hey Maria!
    Könntest du ne kleine Info drüber schreiben, wie das mit dem Alu und Metall läuft? Ich würde das gerne getrennt sammeln, da es ja eigentlich nicht in den Plastikmüll gehört. Ich weiß gar nicht, wo ich das nach dem Sammeln abgeben kann? Auf deinem Blog steht ja schon sehr schön, wo es überall lauert, danke dafür 🙂

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    1. widerstandistzweckmaessig Autor

      Hallo Cat!

      Leider weiß ich nicht, wie das in Deutschland gemacht wird. Bei uns in Ö stehen überall Altmetall-Sammelbehälter, da gebe ich das hinein.

      Hast Du ein Altstoffsammelzentrum in der Nähe? Vielleicht kannst Du da mal fragen?

      lg
      Maria

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      1. Catgirl

        Hey!
        Also ich hab mal gesucht, finde aber nur Schrottankaufstellen. Hab jetzt mal ne Anfrage gestartet an ein Verwertungsunternehmen, von denen es hier einige gibt.

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  2. Catgirl

    ah und noch zwei Dinge
    1.) dein zweiter Link in deiner Profilbeschreibung dürfte falsch sein
    2.) ich bin kein handwerklich begabter Mensch, würde aber gerne mal so selbstgemachte Spülschwämme ausprobieren. Hast du eine Anleitung speziell für die gehäkelten(?) Schwämme? Sehen toll aus!
    Ich kaufe zwar immer Spültücher und Spülschwämme (die gelben), ABER ich wasche sie auch mehrmals (hohe Temperatur in der Waschmaschine), bevor sie unbrauchbar werden.

    Tipp: bei Waschbär gibt es ökologische Schwammtücher, die biologisch abbaubar sind UND waschmaschinenfest sind! 🙂 Bestimmt auch noch woanders, aber aus Erfahrung kann ich die empfehlen.

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    1. widerstandistzweckmaessig Autor

      Hallo Cat!

      1. Link – kann es sein, dass Du den Link abgeschrieben und nich tkopiert hast? Ich nehme an, dass Du das www weggelassen hast, der blog heißt wwwfundstuecke.wordpress.com

      Das www ist Teil vom Namen – vielleicht war das nicht ganz so schlau aber nachdem es Fundstücke aus dem Internet sind, habe ich mir das seinerzeit so ausgedacht.

      Anleitungen:

      Sehr einfach die Anleitung auf meinem Blog:
      https://widerstandistzweckmaessig.wordpress.com/2014/02/08/selbst-gemacht-statt-selbst-gekauft-duschpuschel/

      gestrickter Spülschwamm:
      http://verenas-kreatives-allerlei.blogspot.co.at/2010/06/duschpouf.html

      gehäkelter Spülschwamm:
      http://www.dianas-hobbycorner.de/Anleitungen/Spiral_Scrubbie__Deutsch.pdf

      Keltischer Knoten:
      http://www.ravelry.com/patterns/library/tawashi-knot

      lg
      Maria

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  3. Open Space Sandra

    Das mit dem Müll trennen ist nicht immer einfach … Selbst in Österreich gibt es pro Bundesland eine eigene Regelung. In Oberösterreich gibt es zB auch keine Alukübel mehr, da hier Plastik- und Aluverpackungen gemeinsam entsorgt werden (Begründung: die Vorsortierung von Plastik und Alu geht sehr einfach mittels Maschinen, sortenrein wird e nicht getrennt, – also muss auch bei zwei Tonnen später vorsortiert werden)!

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  4. Marlene

    Liebe Maria,
    du bist mein großes Vorbild 🙂 Wir konnten auch schon ein wenig reduzieren – aber ganz so weit wie du sind wir noch nicht. Und ich muss dir zustimmen, all das Reduzieren sollte trotzdem die Lebensqualität nicht (sehr) beeinträchtigen, sonst verliert man selbst und vor allem die noch beteiligten Familienmitglieder schnell die Lust daran – was dann langfristig weniger bringt.

    Liebe Grüße,
    Marlene

    Gefällt 2 Personen

    Antwort
    1. widerstandistzweckmaessig Autor

      Hallo Marlene!

      Danke für Dein Kommentar und schön dass Du hier her gefunden hast!

      Jetzt werde ich gleich ganz rot, wenn Du mich da so lobst. Ich weiß, dass Du selbst auch sehr auf den Müll achtest. Jeder hat auch eine andere Familiensituation und mit Kindern ist es schon noch einmal etwas anders!

      lg
      Maria

      Gefällt 1 Person

      Antwort
  5. Philipp

    Ich träume ja immer noch vom staubsaugerlosen Haushalt… 🙂

    Kehricht hätte ich ehrlich gesagt Biomüll zugeordnet, denn das ist ja Staub, Erde, Sand etc. Allerdings kann man das heutzutage wohl gar nicht mehr so genau sagen.

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    Antwort
    1. widerstandistzweckmaessig Autor

      Hallo Philipp!

      Ich hatte lange Zeit den Staubsauger verweigert, weil mir das wirklich viel zu laut ist. (Jetzt saugt Herr Widerstand den Staub mit dem Staubsauger).

      Ich habe dazu 2 Wischmops verwendet. Einen mit „langen Haaren“ für trocken moppen und einen mit „kurzen Haaren“ für nass aufwischen.

      Dann braucht man keinen Staubsauger mehr.

      Funktioniert natürlich nur, wenn man KEINEN Teppichboden hat, klar.

      Vielleicht könnte man den Kehrricht wirklich in den Biomüll geben so von der Logik her, aber ich meine mich zu erinnern, dass es in der „Anleitung“ zum Mülltrennen anders beschrieben war.

      lg
      Maria

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      Antwort
      1. Philipp

        Hallo Maria,

        eine weitere Folge wäre dann wohl auch noch, auf Polstermöbel zu verzichten. Oder wie hast du das gelöst?

        Lieber Gruß,
        Philipp

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      2. widerstandistzweckmaessig Autor

        Hallo Philipp!

        Ich habe eine Ledercouch, daher habe ich an Polstermöbel gar nicht gedacht. Meine Essecke kann man zerlegen und daher die gepolsterten Teile ausbürsten.

        Man kann Polstermöbel mit einem Überwurf versehen und den dann waschen. So habe ich es vor der Ledercouch gemacht.

        lg
        Maria

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